Todesfall
Zehn Schritte in Tagen der Trauer – und danach
- Ich darf mich meiner Trauer völlig hingeben, ohne danach zu fragen, was andere Menschen denken.
- Ich darf die Schmerzen zulassen, darf weinen und klagen und zornig sein.
- Ich darf mich während meiner Trauer vom heutigen Leben zurückziehen und ganz in der Erinnerung leben.
- Ich darf Dankbarkeit empfinden für diesen Menschen, gerade weil mich der Verlust schmerzt.
- Ich darf Fragen zulassen über meine Versäumnisse gegenüber diesem Menschen. Wenn ich mich schuldig weiss, darf ich diese Schuld eingestehen.
- Ich darf Fragen zulassen über Versäumnisse und Lieblosigkeit des verstorbenen Menschen mir gegenüber. Ich darf ihm Schuld auch nachträglich vergeben.
- Ich darf zu Gott beten und klagen. Ich darf bei ihm «abladen».
- Ich darf auf ein Leben nach dem Tod hoffen und trotzdem in dieser Welt leben.
- Ich darf so trauern, weil es für mich und meine Heilung gut ist.
- Ich darf das «neue Leben» nach der Trauer so führen, wie ich es für gut halte.
Quelle: «In Tagen der Trauer» von Rainer Haak; Herder-Verlag, 2003, 56 Seiten, Fr. 12.80
© Beobachter Ausgabe 24 vom 24. Nov 2005 - Alle Rechte vorbehalten



