Todesgedanken
Warnsignale und Hilfe
Der Wunsch, das eigene Leben zu beenden, reift nicht von heute auf morgen - die Alarmsignale machen sich meist lange im Voraus bemerkbar. Wenn man sie erkennt.
- Eine schlechte psychische Verfassung, Niedergeschlagenheit oder abrupte Stimmungsschwankungen.
- Schulverweigerung und Schulschwänzen.
- Die Beschäftigung mit dem Tod in Zeichnungen, Aufsätzen oder Äusserungen.
- Sozialer Rückzug, Abbruch von Freundschaften.
- Verschenken von Gegenständen, die einem etwas bedeuten.
- Häufige Unfälle und Eingehen von überhöhten Risiken.
- Suizidabsichten, die in einer lustigen Art angedeutet werden, auch in Form eines Briefs, der eventuell rechtzeitig entdeckt werden kann.
- Selbstschädigende Verhaltensweisen wie starker Suchtmittelkonsum oder massive Essprobleme.
- Plötzliche Erleichterung und Ruhe, ohne dass sich an der Krisensituation etwas konkret verändert hat.
Was Eltern tun können
- Sätze wie «Das wird schon wieder» oder «Das Leben kann doch so schön sein» sind kontraproduktiv. Stattdessen zeigen, dass man auch Krisen hat und selber nach Lösungen suchen muss.
- Den Jugendlichen ihre Freiräume lassen, aber bei Isolation und Rückzug hellhörig werden.
- Hilfe von aussen durch Beratungsstellen ansprechen und dadurch Vorurteile abbauen und aufzeigen, welche Hilfsangebote es gibt (Therapie, Jugendberatung).
- Jede Art von Anzeichen einer Suizidalität (Selbstverletzung, Zeichen innerer Not, Depressionen, Suizidandeutungen) ernst nehmen und nicht zögern, medizinische Hilfe zu beanspruchen.
- Ein gutes Gesprächsklima schaffen und auch den Kontakt mit anderen Jugendlichen zu Hause fördern, gemeinsames Essen, Wochenendausflug oder Ferien.
- Klare Spielregeln in der Familie bei Konflikten aufstellen und Themen ausdiskutieren.
- Das Eltern-Lehrer-Gespräch nutzen und Sorgen, Nöte oder Vermutungen auf den Tisch bringen und gemeinsame Lösungen suchen.
Quelle: S&E, Schule und Elternhaus Schweiz
© Beobachter Ausgabe 22 vom 28. Okt 2004 - Alle Rechte vorbehalten










