Überwinterung
Ein Imbiss für Vögel
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Wer jetzt Vögel füttern möchte, sollte einige wichtige Punkte beachten. Sonst schadet es den Tieren mehr, als es ihnen nützt.
Unglaublich: Rund vier Milliarden Franken geben Europäer und US-Amerikaner pro Jahr für Wildvogelfutter aus – und schleppen 500'000 Tonnen davon nach Hause. Wirklich nötig wäre das grosse Füttern nicht: Vögel, die bei uns überwintern, sind bestens an die rauen Lebensbedingungen angepasst. Zudem profitieren nur häufige Arten – denn ausgerechnet seltene, gefährdete Vögel zeigen sich fast nie am Futterhäuschen. Doch sachgemässes Füttern schadet nicht – wie das geht, sehen Sie hier.
Wichtig ist, dass sich keine Krankheitserreger ausbreiten können. Deshalb muss das Vogelhäuschen ein Dach haben, damit das Futter nicht feucht wird. Zudem sollte der Futterplatz so konstruiert sein, dass die Vögel nicht ins Futter stehen und koten können. Reinigen Sie Futterstellen regelmässig mit heissem Wasser und waschen Sie sich anschliessend gründlich die Hände.
Für «Körnlipicker» wie Finken oder Spatzen sind vor allem Sonnenblumenkerne und Hanfsamen ideal. Meiden Sie Getreide- oder Mais-körner – diese ziehen vor allem Tauben an. Achten Sie bei Samenmischungen darauf, dass sie aus der Schweiz stammen – so verhindern Sie, dass das Produkt zu viele Ambrosia-Samen enthält. Die Allergien auslösende Pflanze aus Nordamerika breitet sich hierzulande vor allem durch Import-Vogelfutter aus. Viele Vögel lieben auch Meisenknödel aus Fett und Kernen. Verzichten Sie auf Produkte mit Palmfett, sie stammen meist aus ökologisch fragwürdiger Produktion. Daneben können Sie auch Haferflocken, Rosinen oder aufgeschnittene Äpfel anbieten; vor allem Amseln und Rotkehlchen werden darüber herfallen. Nicht zur Fütterung geeignet sind Speisereste aller Art – aber auch Brot sollten Sie nicht verfüttern.
Füttern Sie die Vögel nur im Winter bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke. Damit helfen Sie ihnen über die schwierigste Zeit, ohne sie dauerhaft an den «Mac Spatz» in Ihrem Garten zu gewöhnen.
Das Füttern von Greifvögeln oder Eulen ist nur sinnvoll, wenn der Winter lang und besonders streng ist. Das Füttern ist hier allerdings sehr aufwendig und sollte nur durch Vogelkenner erfolgen. Informationen dazu bietet die Vogelwarte Sempach (siehe «Weitere Infos»).
An Wasserstellen und Bädern besteht die Gefahr, dass sich Krankheiten ausbreiten. Die Vogelwarte rät von solchen ab.
Mit einem Naturgarten können Sie die Vögel das ganze Jahr über unterstützen. Als Futterquelle eignet sich vor allem eine Hecke aus einheimischen Beerensträuchern wie Pfaffenhütchen, Holunder oder Kornelkirsche. Wichtig sind auch naturnahe Strukturen wie Obstbäume, Asthaufen, vielfältige Blumenwiesen oder Natursteinmauern.
Merkblätter zum Thema gibt es unter www.birdlife.ch/merkblaetter. Weitere Infos bieten auch die Vogelwarte Sempach, www.vogelwarte.ch, oder www.wildvogelhilfe.org
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© BeobachterNatur Ausgabe 1 vom 06. Jan 2011 - Alle Rechte vorbehalten
Überwinterung
Ein Imbiss für Vögel
Wer jetzt Vögel füttern möchte, sollte einige wichtige Punkte beachten. Sonst schadet es den Tieren mehr, als es ihnen nützt.
Unglaublich: Rund vier Milliarden Franken geben Europäer und US-Amerikaner pro Jahr für Wildvogelfutter aus – und schleppen 500'000 Tonnen davon nach Hause. Wirklich nötig wäre das grosse Füttern nicht: Vögel, die bei uns überwintern, sind bestens an die rauen Lebensbedingungen angepasst. Zudem profitieren nur häufige Arten – denn ausgerechnet seltene, gefährdete Vögel zeigen sich fast nie am Futterhäuschen. Doch sachgemässes Füttern schadet nicht – wie das geht, sehen Sie hier.
Wie muss ein Futterplatz aussehen?
Wichtig ist, dass sich keine Krankheitserreger ausbreiten können. Deshalb muss das Vogelhäuschen ein Dach haben, damit das Futter nicht feucht wird. Zudem sollte der Futterplatz so konstruiert sein, dass die Vögel nicht ins Futter stehen und koten können. Reinigen Sie Futterstellen regelmässig mit heissem Wasser und waschen Sie sich anschliessend gründlich die Hände.
Welches Futter eignet sich?
Für «Körnlipicker» wie Finken oder Spatzen sind vor allem Sonnenblumenkerne und Hanfsamen ideal. Meiden Sie Getreide- oder Mais-körner – diese ziehen vor allem Tauben an. Achten Sie bei Samenmischungen darauf, dass sie aus der Schweiz stammen – so verhindern Sie, dass das Produkt zu viele Ambrosia-Samen enthält. Die Allergien auslösende Pflanze aus Nordamerika breitet sich hierzulande vor allem durch Import-Vogelfutter aus. Viele Vögel lieben auch Meisenknödel aus Fett und Kernen. Verzichten Sie auf Produkte mit Palmfett, sie stammen meist aus ökologisch fragwürdiger Produktion. Daneben können Sie auch Haferflocken, Rosinen oder aufgeschnittene Äpfel anbieten; vor allem Amseln und Rotkehlchen werden darüber herfallen. Nicht zur Fütterung geeignet sind Speisereste aller Art – aber auch Brot sollten Sie nicht verfüttern.
Darf man zu jeder Jahreszeit füttern?
Füttern Sie die Vögel nur im Winter bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke. Damit helfen Sie ihnen über die schwierigste Zeit, ohne sie dauerhaft an den «Mac Spatz» in Ihrem Garten zu gewöhnen.
Brauchen auch grosse Vögel im Winter Hilfe?
Das Füttern von Greifvögeln oder Eulen ist nur sinnvoll, wenn der Winter lang und besonders streng ist. Das Füttern ist hier allerdings sehr aufwendig und sollte nur durch Vogelkenner erfolgen. Informationen dazu bietet die Vogelwarte Sempach (siehe «Weitere Infos»).
Brauchen Vögel Bäder oder Wasserstellen?
An Wasserstellen und Bädern besteht die Gefahr, dass sich Krankheiten ausbreiten. Die Vogelwarte rät von solchen ab.
Wie kann ich die Vögel sonst fördern?
Mit einem Naturgarten können Sie die Vögel das ganze Jahr über unterstützen. Als Futterquelle eignet sich vor allem eine Hecke aus einheimischen Beerensträuchern wie Pfaffenhütchen, Holunder oder Kornelkirsche. Wichtig sind auch naturnahe Strukturen wie Obstbäume, Asthaufen, vielfältige Blumenwiesen oder Natursteinmauern.
Weitere Infos
Merkblätter zum Thema gibt es unter www.birdlife.ch/merkblaetter. Weitere Infos bieten auch die Vogelwarte Sempach, www.vogelwarte.ch, oder www.wildvogelhilfe.org
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© BeobachterNatur Ausgabe 1 vom 06. Jan 2011 - Alle Rechte vorbehalten