Bizarre Felsformationen und hohe Berggipfel regen die Phantasie an.
Heilige Berge gibt es überall: Die Aborigines verehren den Uluru, die Buddhisten den Kailash und die Massai den Kilimandscharo. Zwar gibt es in der Schweiz kein Bergheiligtum, aber das Matterhorn hat durchaus eine magische Ausstrahlung: Um einen Blick auf den bekanntesten Berg der Alpen zu erhaschen, pilgern Touristen aus aller Welt nach Zermatt.
Die Ansicht ist das eine, der Ausblick das andere: Die Ankunft auf einem Gipfel kann zu einem mystischen Erlebnis werden. Man hat eine anstrengende Wanderung oder gar eine gefährliche Kletterpassage hinter sich, ist dem Himmel so nah wie sonst nie und wird mit einem gewaltigen Panorama belohnt. Damit ist eine Bergbesteigung eine Pilgerreise mit krönendem Abschluss.
Aber es braucht nicht zwingend einen Gipfel, um einen magischen Moment zu erleben. Auch die einzigartige Ruhe einer Steinwüste oder die schwindelerregenden Tiefen eines Abgrunds können die Seele berühren. Derweil eigenartige Felsformationen und bizarre Steinskulpturen die Phantasie anregen. Kein Wunder, sind die Berge Ursprung vieler Legenden. Das Martinsloch bei Elm soll der heilige Martin in den Fels geschlagen haben. Er schleuderte seinen Stock einem Riesen entgegen, der ihm Tiere stehlen wollte, verfehlte ihn und traf den Stein.
Viele Menschen fühlen sich oberhalb der Waldgrenze eigenartig befreit und beschwingt. Sei es wegen des Tapetenwechsels, der uns den Alltag vergessen lässt; sei es wegen der erhöhten UV-Strahlung, die anregend wirken kann.
So oder so: Nicht alle magischen Steindenkmäler finden sich im alpinen Raum. Im Jura kann man viele sonderbare Gesteinsformationen entdecken, die das Wasser aus dem Kalk gefressen hat. Und im Unterland finden sich zahlreiche Findlinge, die Gletscher in grauer Vorzeit dorthin transportiert haben. Vielen von ihnen wurde eine besondere Macht und Bedeutung zugesprochen, zum Beispiel den Chindlisteinen. Die für sie typische Rinne erinnert an den alten, früher in Europa weitverbreiteten Brauch: Frauen rutschten mit entblösstem Gesäss solche Steine hinunter, um danach gesunde Kinder zu empfangen – heute haben vor allem die bereits geborenen Kinder Freude an diesen Rutschbahnen.
Magische Bergwelt
Gewaltiges Gestein
Bizarre Felsformationen und hohe Berggipfel regen die Phantasie an.
Bergwelt auf der Musenalp UR. Unzählige Sagen haben ihren Ursprung in Erzählungen von Steinmännchen, Naturgeistern und anderen geheimnisvollen Wesen.
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Heilige Berge gibt es überall: Die Aborigines verehren den Uluru, die Buddhisten den Kailash und die Massai den Kilimandscharo. Zwar gibt es in der Schweiz kein Bergheiligtum, aber das Matterhorn hat durchaus eine magische Ausstrahlung: Um einen Blick auf den bekanntesten Berg der Alpen zu erhaschen, pilgern Touristen aus aller Welt nach Zermatt.
Die Ansicht ist das eine, der Ausblick das andere: Die Ankunft auf einem Gipfel kann zu einem mystischen Erlebnis werden. Man hat eine anstrengende Wanderung oder gar eine gefährliche Kletterpassage hinter sich, ist dem Himmel so nah wie sonst nie und wird mit einem gewaltigen Panorama belohnt. Damit ist eine Bergbesteigung eine Pilgerreise mit krönendem Abschluss.
Aber es braucht nicht zwingend einen Gipfel, um einen magischen Moment zu erleben. Auch die einzigartige Ruhe einer Steinwüste oder die schwindelerregenden Tiefen eines Abgrunds können die Seele berühren. Derweil eigenartige Felsformationen und bizarre Steinskulpturen die Phantasie anregen. Kein Wunder, sind die Berge Ursprung vieler Legenden. Das Martinsloch bei Elm soll der heilige Martin in den Fels geschlagen haben. Er schleuderte seinen Stock einem Riesen entgegen, der ihm Tiere stehlen wollte, verfehlte ihn und traf den Stein.
Viele Menschen fühlen sich oberhalb der Waldgrenze eigenartig befreit und beschwingt. Sei es wegen des Tapetenwechsels, der uns den Alltag vergessen lässt; sei es wegen der erhöhten UV-Strahlung, die anregend wirken kann.
So oder so: Nicht alle magischen Steindenkmäler finden sich im alpinen Raum. Im Jura kann man viele sonderbare Gesteinsformationen entdecken, die das Wasser aus dem Kalk gefressen hat. Und im Unterland finden sich zahlreiche Findlinge, die Gletscher in grauer Vorzeit dorthin transportiert haben. Vielen von ihnen wurde eine besondere Macht und Bedeutung zugesprochen, zum Beispiel den Chindlisteinen. Die für sie typische Rinne erinnert an den alten, früher in Europa weitverbreiteten Brauch: Frauen rutschten mit entblösstem Gesäss solche Steine hinunter, um danach gesunde Kinder zu empfangen – heute haben vor allem die bereits geborenen Kinder Freude an diesen Rutschbahnen.
In Felsen leben Fabelwesen...
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© BeobachterNatur Ausgabe 5 vom 01. Jun 2011 - Alle Rechte vorbehalten