Migros Leeres Versprechen in Sachen Bienenschutz

Bleibt ein unglöstes Problem: Bienensterben in der Schweiz.

Migros verspricht mehr Bienenschutz - aber wie nachhaltig sind die getroffenen Massnahmen wirklich?

Es ist eine schöne Zusage, die die Migros im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms «Genera­tion M» macht: «Wir versprechen ­Noah, ab Ende 2014 nur noch Insekten- und Pflanzenschutzmittel anzubieten, die Bienen nicht gefährden.» Die verkündete hehre Absicht hält einer Überprüfung jedoch nur beschränkt stand. Zwar nahm der Grossverteiler bereits vor einem Jahr ein Insektizid mit dem für Bienen gefährlichen Wirkstoff Thiamethoxam aus dem Handel.

Zudem sind im Februar drei andere Schädlingsbekämpfungsmittel aus den Regalen verschwunden. Drei weitere Insektizide will die ­Migros jedoch ersetzen – durch den Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin, der ebenfalls als bienengefährdend gilt. So findet sich in der Pflanzenschutzmittel-Datenbank des Bundesamts für Landwirtschaft neu der «Mioplant Spray gegen Schäd­linge», versehen mit dem Hinweis: «Gefährlich für Bienen». Man stütze sich auf eine Liste der Umweltorganisation Greenpeace und auf Angaben des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), teilt die Migros-Medienstelle mit. Das FiBL habe den Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin «nicht bemängelt».

Dort sieht man das allerdings etwas anders: «Wir hatten gar keinen Auftrag, die Substanz genauer zu unter­suchen. Aber wir haben generell darauf hingewiesen, dass synthetische Pestizide für 
die Umwelt schädlich sind», sagt FiBL-Forscher Bernhard Speiser.Thomas Angeli

Autor:
  • Thomas Angeli
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  • Thinkstock Kollektion
21. März 2014, Beobachter 6/2014