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aktualisiert am 13. Mär 2009 15:27Hasen-Hochzeit

Hey – mach dich vom Acker!

Bild:
  • T. Martin

Wenn Hasen jetzt vor Ostern Hochzeit feiern, geht es auf den Feldern hoch her: Denn die rabiaten Hasendamen lassen sich vom «starken Geschlecht» nicht die Bohne beeindrucken.

Jetzt rammeln sie wieder auf den Wiesen und Äckern – Hasen-Hochzeit ist angesagt. Dabei buhlen oft mehrere Männchen um ein Weibchen. Und wenn dieses mit einem der Anwärter nicht zufrieden ist, stellt sich die Häsin auf die Hinterbeine und boxt das Männchen so lange, bis die Fellfetzen fliegen. «Hasen-Frauen sind den Rammlern körperlich absolut gewachsen», sagt der Experte Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. «Resolut wählen sie die Partner aus und werden ihnen schnell untreu.»

Die Hasensterblichkeit ist in der Kinderstube gross. Deshalb verfügt die Häsin über einen Trick, um die Fruchtbarkeit zu maximieren: Die sogenannte Superfötation. Andreas Kinser: «Der Samen bleibt nach der Begattung im Körper der Häsin eine Weile aktiv. Während sie noch trächtig ist, können so schon wieder Eier befruchtet werden. Daher können Hasen-Frauen ihre Jungen in verschiedenen Entwicklungsstadien austragen.»

Gleich nach der Geburt verschwindet die Hasenmutter und lässt die Jungen allein in der Sasse zurück. Dabei ist sie aber keine Rabenmutter – ganz im Gegenteil: Mit ihrem Geruch würde das Muttertier Fressfeinde anlocken. Die Kleinen sind hingegen nahezu geruchlos – und damit für Feinde praktisch unauffindbar. Morgens und abends kehrt die Hasenmutter zum Säugen zurück zur Sasse. Andreas Kinser: «Ihre Muttermilch ist viermal so fett wie Kuhmilch und damit sehr nahrhaft.»

Trotzdem überleben nur wenige Jungtiere: Bis zu 80 Prozent werden von Krankheiten oder Fressfeinden wie Füchsen, Krähen, Elstern und Greifvögeln dahingerafft. Dazu kommen sehr viele Tiere, die der intensiven Bewirtschaftung der Felder zum Opfer fallen. Auch starke Regenfälle und niedrige Temperaturen sind tödlich für kleine Hasen. «Das Fell wird nicht richtig trocken, die Tiere kühlen leicht aus und sterben», so Andreas Kinser. Der Nachwuchs braucht ein trockenes Frühjahr, um heranwachsen zu können. (Deutsche Wildtier Stiftung)

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