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Exoten

Vom Menschen eingeführte Tierarten

Viele Tierarten wurden vom Menschen eingeschleppt. Sie können die Flora schädigen und es besteht Gefahr, dass heimische Tierarten in Bedrängnis geraten.

Hoeckerflohkrebs

(Bild: Institut LUBW)Der Höckerflohkrebs aus dem Schwarzen Meer lebt in vielen Gewässern der Schweiz.

Waschbaer

(Bild: Smithy pixelio.de)Der putzige Waschbär hat sich vor fast 30 Jahren erstmals in der Schweiz angesiedelt. Heute bewohnt die kleine Bärenart fast das ganze Mittelland, jedoch in sehr geringer Dichte. Aufgrund seiner heimlichen Lebensweise im Wald wird der Waschbär nur selten gesichtet, Schäden richtet er keine an. Die Art stammt aus Nordamerika und wurde vor etwa 80 Jahren nach Deutschland eingeführt, wo sie wegen des Pelzes gezüchtet wurde.

Junge Biberrate

(Bild: Christian R. Linder, wikimedia)Die Biberratte, im Bild ein junges Exemplar, stammt eigentlich aus Südamerika. Für ihre weltweite Ausbreitung ist der Mensch verantwortlich: Seit etwa 1890 wurde die Art in vielen Teilen der Welt als Pelzlieferant gezüchtet. Vor allem in den neunziger Jahren gaben dann viele Pelztierzüchter ihre Farmen auf, – und einige entliessen ihre Tiere aus Bequemlichkeit in die Freiheit. Die freigelassenen Biberratten vermehrten sich schnell und gründeten frei lebende Bestände in Nordamerika, Asien und Europa.

Bisamratte

(Bild: U.S. Fish & Wildlife Service)Neben dem einheimischen Biber und der sich neuerdings in der Schweiz ausbreitenden Biberratte lebt ein weiterer wasserliebender Nager in unserem Land: die Bisamratte. Sie sieht einer Biberratte ähnlich, ist aber deutlich kleiner. Auch die Bisamratte wurde zur Pelztierzucht nach Europa gebracht, stammt jedoch ursprünglich aus Nordamerika. Erste Nachweise in der Schweiz stammen laut Wildtier Schweiz aus dem Jahr 1935, heute ist die Art auf der Alpennordseite weit verbreitet. Grosse Schäden hat sie bis jetzt nicht angerichtet.

Grauhoernchen

(Bild: Karl-Heinz Schack, pixelio.de)Der graue Vetter des Eichhörnchens, das nordamerikanische Grauhörnchen, breitet sich gegenwärtig in ganz Europa aus. Das Problem dabei ist, dass das dominantere und etwas grössere Grauhörnchen die gleichen Lebensräume wie die einheimische Art besetzt und diese verdrängt. Wo das hinführt, zeigt die Situation in Grossbritannien: Dort wurde das Grauhörnchen vor etwa 100 Jahren an mehreren Orten ausgesetzt. Danach vermehrten sich die Fremdlinge explosionsartig – heute stehen den verbleibenden 160'000 Eichhörnchen über drei Millionen Grauhörnchen gegenüber. Das Eichhörnchen hat lediglich im Norden Englands und in Schottland überlebt. Auch in Kontinentaleuropa ist das Europäische Eichhörnchen bedroht. Aktuell breitet sich das Grauhörnchen in Norditalien aus und ist kurz davor, sich von dort her auch in der Schweiz anzusiedeln. Biologen befürchten, dass das Eichhörnchen längerfristig aussterben wird, wenn sein grauer Verwandter sich weiter ungehindert ausbreitet.

Rostgans

(Bild: Holger Pfiffi, wikimedia)Die Rostgans ist diejenige exotische Vogelart, die den Naturschützern in der Schweiz aktuell am meisten Sorgen bereitet. Die ursprünglich aus Zentralasien stammenden Vögel haben sich bei uns angesiedelt, nachdem einige Exemplare aus Tiergärten und Volieren entkommen konnten. Die erste Brut in Freiheit wurde 1963 beobachtet, heute schätzt der Schweizer Vogelschutz SVS den Bestand auf gut 400 Individuen. Die Rostgans ist eine relativ aggressive und konkurrenzstarke Art. Die Vermutung liegt daher nahe, dass eine weitere Ausbreitung früher oder später einen negativen Einfluss auf die einheimischen Arten haben wird. So vertreibt die Art zum Beispiel Schleiereulen, Turmfalken und Waldkäuze aus ihren Höhlen und Nistkästen. Einige Kantone gehen nun gegen die Rostgans vor, indem sie einzelne Vögel abschiessen oder Eier anstechen. Die Naturschutzorganisationen befürworten das Vorgehen.

Asiatischer Marienkaefer

(Bild: JPW. Peters, pixelio.de)Der Asiatische Marienkäfer wurde 1982 zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Europa eingeführt. Nachdem die Art 2006 erstmals in der Schweiz aufgetaucht ist, hat sie nun innert nur zwei Jahren das ganze Land erobert. Der Einwanderer ist etwa gleich gross wie der einheimische Marienkäfer, die Färbung und Punktung variiert aber stärker. Die dominante Art hat das Potential, mehrere einheimische Marienkäferarten zu verdrängen: Auf ihrem Speiseplan stehen nämlich nicht nur Blattläuse, sondern auch die Larven einheimischer Marienkäfer.

Schwebegarnele

(Bild: Institut für Seenforschung der LUBW Baden-Württemberg)Die Schwebegarnele Limnomysis benedeni wurde im Sommer 2006 im Bodensee entdeckt. Ein Jahr später bildete sie im Obersee bereits Schwärme von mehreren Millionen Tieren.

Regebogenforelle

(Bild: U.S. Department of Agriculture)In den letzten 120 Jahren führte der Mensch mindestens 15 fremde Fischarten in die Schweiz ein. Einige von ihnen stellen eine Gefährdung für die einheimischen Fische dar. So setzten Fischer zum Beispiel in einigen Gewässern die nordamerikanische Regenbogenforelle aus, die mittlerweile zu einem bedeutenden Speisefisch avancierte. Seit etwa 30 Jahren pflanzt sich die Art nun auch selber erfolgreich fort. Gleichzeitig hat der Bestand der einheimischen Bachforelle um mehr als die Hälfte abgenommen; dies ist zwar in erster Linie auf Versäumnisse beim Gewässerschutz zurückzuführen, die Regenbogenforelle stellt jedoch eine zusätzliche Gefährdung dar.

© BeobachterNatur Online 21. Jan 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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