Ausgeflogen

Das Stadtleben ist Spatzen zu wenig natürlich

Text:
  • Stefan Bachmann
Bild:
  • Tobias Bräuning, pixelio.de
Ausgabe:
3/09

Wer sich nur mit Fast Food ernährt, lebt ungesund. Das gilt auch für die Spatzen in den Städten.

Weil die Sperlingseltern ihre Jungen heute mit Abfällen und Brotkrümeln füttern statt mit Blattläusen oder Käfern, nehmen die Spatzenbestände in vielen europäischen Städten stark ab. Hauptgrund für die Fehlernährung ist das Verschwinden der letzten Naturflächen, in denen die Vögel noch Insekten und anderes Getier finden könnten.

In einigen Stadtteilen von London zählen Ornithologen heute weniger als ein Brutpaar pro Hektare; in Hamburg, München oder Paris sind es nicht viel mehr. Für die Schweiz liegen nur wenige konkrete Zahlen vor. In einem Basler Quartier zählte die Schweizerische Vogelwarte nur noch 1,5 Paare pro Hektare.

Auch in Zürich hat der Spatz zunehmend Mühe. Gemäss Martin Weggler von der Orniplan AG gingen die Bestände seit 1988 um 31 Prozent zurück. Und auch rund um den Bodensee sank die Population innert weniger Jahre um 21 Prozent.

Am Rückgang der Haussperlinge ist aber nicht nur die Nahrung schuld. In den modernen Städten fehlt es auch an Brutplätzen. Wenn alte Häuser saniert oder abgerissen werden, gehen meist auch die Löcher und Nischen verloren, die die Vögel zum Brüten benötigen.

Noch immer ein Spatzen-Mekka ist dagegen Berlin: Dank vielen Grünflächen und Altbauten leben rund 170'000 Spatzen in der deutschen Hauptstadt, das entspricht bis zu 14 Brutpaaren pro Hektare.

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© BeobachterNatur Ausgabe 3 vom 04. Feb 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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