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Raubtier

Gefährliche Kreuzung von Hund und Wolf

Text:
  • Stefan Bachmann
Bild:
  • Elżbieta Wojtko/Wikimedia
Ausgabe:
10/10

Die einen fürchten sich vor dem Wolf, andere vergöttern ihn: Im­mer mehr «Wildnis-Fans» holen sich ein Raubtier ins Haus, indem sie sich einen Hund-Wolf-Mischling kaufen.

Wolf oder Hund?

Ein Halbwolf lässt sich bestenfalls im Welpenalter als Haustier halten; später muss das gefährliche Tier zeitlebens in ein Gehege gesperrt werden.

In den USA leben bereits an die 100'000 Mischlinge in Obhut von Privatpersonen. Der fragwürdige Trend schwappt nun nach Europa über: Laut «Spiegel» sollen in Deutschland rund 60 Hybriden gehalten werden – meist ohne Bewilligung.

Catherine Habegger, die sich als Präsidentin der Stiftung Care­takers für eine friedliche Koexis­tenz von Mensch und Wolf einsetzt, ist besorgt: «Es gibt auch in der Schweiz fanatische Wolf-Fans.» Es sei daher nur eine ­Frage der Zeit, bis hierzulande erste Halbwölfe auftauchten: «Wenn jemand unbedingt ­einen Hybriden will, kann er ihn aus Osteuropa einschmuggeln.» Auch bei uns ist die Haltung der Mischlinge der ersten beiden Generationen verboten.

Dass der Wolf auch Schweizer fasziniert, zeigt die Tatsache, dass immer mehr Tschechische Wolfhunde oder Saarloos-Wolfhunde gehalten werden. Beide sind anerkannte Hunderassen, die aufgrund länger zurück­lie­gender Kreuzungen mit Wölfen den Wildtieren ähnlich sehen und teilweise wölfisches Verhalten zeigen. «Viele Halter sind mit diesen Rassen überfordert», sagt der Hundeexperte Hans Schlegel. «Gemäss einer Studie werden 70 Prozent der Tschechischen Wolfhunde vor ihrem zweiten Lebensjahr eingeschläfert, weil sie ängstlich und unberechenbar sind.» Schlegel ist denn auch klar der Ansicht, dass die Haltung von «echten» Wolfsmischlingen zu Recht verboten sei.

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© BeobachterNatur Ausgabe 10 vom 03. Dez 2010 - Alle Rechte vorbehalten

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