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Hygiene

Hände gut, alles gut

Text:
  • Dominique Strebel
Bild:
  • World Health Organization
Ausgabe:
18/09

Richtiges Händewaschen ist eine wirksame Prävention vor Ansteckung mit Bakterien oder Viren. Doch eine Stichprobe des Beobachters zeigt: Schweizer wissen nicht, wie man richtig die Hände wäscht.

Die meisten Schweizerinnen und Schweizer reinigen die Hände so oberflächlich, dass sie es genauso gut sein lassen könnten. Dies ergab eine Stichprobe des Beobachters. 40 zufällig ausgewählte Büroangestellte wuschen sich, ohne vom Test zu wissen, normal die Hände und liessen sich daraufhin Bakterienproben von den Händen nehmen. Resultat: 78 Prozent hatten noch genauso viele Keime auf der gewaschenen Hand, wie sich normalerweise auf einer ungewaschenen tummeln. Fast jede zweite Testperson trug sogar so viele Bakterien mit sich herum, dass das Labor sie nicht einmal mehr auszählte.

Fazit: Die Schweizer können nicht richtig Hände waschen – wobei die Frauen übrigens nicht besser abschneiden als die Männer. Doch Herr und Frau Schweizer sind sich der mangelhaften Hygiene nicht bewusst: «Ich habe mir die Hände gut gewaschen», beteuerte die grosse Mehrheit der Testpersonen.

Gutes Händewaschen wirkt anders: Es reduziert die Zahl der Keime (Bakterien und Viren) um 90 Prozent – sogar beim Händewaschen mit blosser Seife, also ohne Desinfektionsmittel. Damit hätte man eigentlich ein effizientes Mittel im Kampf gegen ansteckende Krankheiten in der Hand – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bestimmte Viren können 17 Tage oder noch länger an Oberflächen haften bleiben.

Was machen Herr und Frau Schweizer also falsch, wenn sie am Lavabo stehen?

«Meist waschen sich die Leute die Hände viel zu flüchtig», erklärt Josefine Krumm von der Höheren Fachschule für Gesundheit und Soziales Aarau. «Richtiges Händewaschen dauert.» Man sollte die Seife zuerst richtig aufschäumen «und nicht unter dem Wasser gleich wieder wegspülen», weist Krumm an. Dann bis über die Handgelenke verteilen. Dabei die Handflächen reiben, zwischen den Fingern reinigen, den Daumen einseifen, mit den Fingerspitzen gegen den Handballen schrubben und auch ans Nagelbett denken. «Das geht oft vergessen. Da freuen sich die Keime.» Nun die Seife abspülen, die Hände mit einem Wegwerfpapiertuch gut trocknen und dann den Wasserhahn mit dem Papier zudrehen (siehe Illustration unten). Entscheidend sei auch, dass man sich die Hände häufiger wasche, betont die Fachfrau. Sicher nach dem Arbeitsweg und nach dem Schnäuzen, Niesen oder Husten.

Anleitung zum richtigen Händewaschen

Klicken Sie auf die Grafik, um sie als PDF herunterzuladen oder in einem neuen Fenster anzuzeigen.

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© BeobachterNatur Ausgabe 18 vom 02. Sep 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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