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Grippe

Gefährlicher Gast

Text:
  • Stefan Stöcklin
Bild:
  • Daniel Röttele
  •  und Thinkstock Kollektion
Ausgabe:
10/10

Es hüstelt, niest, schnieft um uns herum: Die Grippe hat Hochsaison. Ist man erkrankt, hilft nur Warten: Nach einer Woche ist der Spuk meist wieder vorbei. In Acht nehmen sollten sich aber Ältere und Leute mit chronischen Krankheiten.

  • Weil sich Grippe-, auch Influenzaviren genannt, im Winter leicht von Mensch zu Mensch verbreiten, kommt es im Winterhalbjahr zur Krankheitswelle. Von einer epidemischen oder einer saisonalen Grippe spricht man, wenn der Erreger bereits in der Bevölkerung kursiert.

    Bei den meisten Personen verursacht das Grippevirus starkes Fieber und Muskel- und Gelenkschmerzen; Bettruhe ist nötig. Die Grippe muss vom grippalen Infekt (Erkältung) unterschieden werden, der von anderen Virentypen ausgelöst wird.

    Eine richtige Grippe ist nicht harmlos. Vor allem älteren Menschen und Personen mit chronischen Krankheiten kann sie gefährlich werden: In der Schweiz sterben jährlich 400 bis 1000 Personen.

  • Die Symptome


    rasch ansteigendes und hohes Fieber
    Kopfschmerzen
    trieffende Nase
    verstopfte Nase
    schmerzender Rachen
    trockener Husten
    schmerzende Muskeln
    jede Bewegung schmerzt
    Durchfall
    Übelkeit
    Erbrechen
    ausgeprägtes Krankheitsgefühl
    Fieber
    Schüttelfrost

     

     

     

     

Das Grippevirus und wie es in den Körper eindringt

Das Virus wird von infizierten Personen beim Husten und Schneuzen über Tröpfchen verbreitet. Wer in der Nähe ist, steckt sich beim Einatmen der Viren über die Schleimhäute an. Die Infektion ist auch im direkten Kontakt mit einer Person möglich oder indirekt über die Hände, wenn man Viren auf Türfallen aufnimmt und, etwa beim Augenreiben, zu den Schleimhäuten bringt.

Abgebildet ist ein Influenza­virus vom Typ A. Das Virus wird anhand zweier Merkmale auf der Oberfläche, des Hämagglutinins H (1) und der Neuraminidase N (2), in Subtypen unterteilt. Das Hämagglutinin existiert in 16 Varianten (H1 bis H16), die Neuraminidase in neun Varianten (N1 bis N9). Sie bestimmen die Reaktion des Immunsystems. Zurzeit kursieren die beiden Virustypen A/H1N1 und A/H3N2. Umgeben von der Hülle (3), befindet sich im Innern die Erbsubstanz (RNA) (4).

Nach der Ansteckung

Es dauert 18 bis 72 Stunden, ehe die ersten Symptome auftreten.

Das Virus vermehrt sich in den Zellen des Atemtrakts

  • Die Noppen auf der Hülle des Virus (Hämagglutinine) binden sich an Moleküle auf der Oberfläche der Zellen in den Atemwegen. Das Virus dringt ein und gibt seine Erbsubstanz ab.

  • Die viralen Gene dringen in den Zellkern ein und programmieren die Zelle um. Die befallene Zelle beginnt, das Erbgut des Virus und Moleküle seiner Hülle zu produzieren.

  • Neue Viren werden zusam­mengebaut und aus der Zelle geschleust. Bereits sechs Stunden nach einer Infektion treten erste Viren aus. Die Zelle wird bei der Virusver­mehrung zerstört.

Pandemisches Virus: gefährliche Neukombination

Influenzaviren gibt es bei Menschen, Schweinen und Vögeln. Normalerweise vermischen sich die Erreger nicht, aber in seltenen Fällen kommt es vor, dass ein menschliches Virus ein Schwein oder einen Vogel befällt. Dann kann es zur Vermischung des Erbguts und zu einem gefährlichen Pandemiestamm kommen. Die Schweinegrippe von 2009 (A/H1N1) enthielt Anteile aller drei Typen, war aber vergleichsweise harmlos.

Zwei Wege zum Impfstoff: Eier oder Zellkultur

Die meisten Impfdosen gegen Influenza stammen aus dem alten Verfahren via Hühnereier, in denen Viren gezüchtet und zu Impf­stoffen aufbereitet werden. Die Produktion mittels Zellkulturen gewinnt aber an Bedeutung. Die diesjährige Impfung deckt drei Virustypen ab, darunter auch jenen der Schweinegrippe.

Quellen: BAG, WHO, CDC, IFPMA, FAS

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© BeobachterNatur Ausgabe 10 vom 03. Dez 2010 - Alle Rechte vorbehalten

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