Grippe
Gefährlicher Gast
Es hüstelt, niest, schnieft um uns herum: Die Grippe hat Hochsaison. Ist man erkrankt, hilft nur Warten: Nach einer Woche ist der Spuk meist wieder vorbei. In Acht nehmen sollten sich aber Ältere und Leute mit chronischen Krankheiten.
Weil sich Grippe-, auch Influenzaviren genannt, im Winter leicht von Mensch zu Mensch verbreiten, kommt es im Winterhalbjahr zur Krankheitswelle. Von einer epidemischen oder einer saisonalen Grippe spricht man, wenn der Erreger bereits in der Bevölkerung kursiert.
Bei den meisten Personen verursacht das Grippevirus starkes Fieber und Muskel- und Gelenkschmerzen; Bettruhe ist nötig. Die Grippe muss vom grippalen Infekt (Erkältung) unterschieden werden, der von anderen Virentypen ausgelöst wird.
Eine richtige Grippe ist nicht harmlos. Vor allem älteren Menschen und Personen mit chronischen Krankheiten kann sie gefährlich werden: In der Schweiz sterben jährlich 400 bis 1000 Personen.Die Symptome
rasch ansteigendes und hohes Fieber
Kopfschmerzen
trieffende Nase
verstopfte Nase
schmerzender Rachen
trockener Husten
schmerzende Muskeln
jede Bewegung schmerzt
Durchfall
Übelkeit
Erbrechen
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Fieber
Schüttelfrost
Das Grippevirus und wie es in den Körper eindringt
Das Virus wird von infizierten Personen beim Husten und Schneuzen über Tröpfchen verbreitet. Wer in der Nähe ist, steckt sich beim Einatmen der Viren über die Schleimhäute an. Die Infektion ist auch im direkten Kontakt mit einer Person möglich oder indirekt über die Hände, wenn man Viren auf Türfallen aufnimmt und, etwa beim Augenreiben, zu den Schleimhäuten bringt.
Abgebildet ist ein Influenzavirus vom Typ A. Das Virus wird anhand zweier Merkmale auf der Oberfläche, des Hämagglutinins H (1) und der Neuraminidase N (2), in Subtypen unterteilt. Das Hämagglutinin existiert in 16 Varianten (H1 bis H16), die Neuraminidase in neun Varianten (N1 bis N9). Sie bestimmen die Reaktion des Immunsystems. Zurzeit kursieren die beiden Virustypen A/H1N1 und A/H3N2. Umgeben von der Hülle (3), befindet sich im Innern die Erbsubstanz (RNA) (4).
Nach der Ansteckung
Es dauert 18 bis 72 Stunden, ehe die ersten Symptome auftreten.
Das Virus vermehrt sich in den Zellen des Atemtrakts
Die Noppen auf der Hülle des Virus (Hämagglutinine) binden sich an Moleküle auf der Oberfläche der Zellen in den Atemwegen. Das Virus dringt ein und gibt seine Erbsubstanz ab.
Die viralen Gene dringen in den Zellkern ein und programmieren die Zelle um. Die befallene Zelle beginnt, das Erbgut des Virus und Moleküle seiner Hülle zu produzieren.
Neue Viren werden zusammengebaut und aus der Zelle geschleust. Bereits sechs Stunden nach einer Infektion treten erste Viren aus. Die Zelle wird bei der Virusvermehrung zerstört.
Pandemisches Virus: gefährliche Neukombination
Influenzaviren gibt es bei Menschen, Schweinen und Vögeln. Normalerweise vermischen sich die Erreger nicht, aber in seltenen Fällen kommt es vor, dass ein menschliches Virus ein Schwein oder einen Vogel befällt. Dann kann es zur Vermischung des Erbguts und zu einem gefährlichen Pandemiestamm kommen. Die Schweinegrippe von 2009 (A/H1N1) enthielt Anteile aller drei Typen, war aber vergleichsweise harmlos.
Zwei Wege zum Impfstoff: Eier oder Zellkultur
Die meisten Impfdosen gegen Influenza stammen aus dem alten Verfahren via Hühnereier, in denen Viren gezüchtet und zu Impfstoffen aufbereitet werden. Die Produktion mittels Zellkulturen gewinnt aber an Bedeutung. Die diesjährige Impfung deckt drei Virustypen ab, darunter auch jenen der Schweinegrippe.
Quellen: BAG, WHO, CDC, IFPMA, FAS
Anzeige:
© BeobachterNatur Ausgabe 10 vom 03. Dez 2010 - Alle Rechte vorbehalten













