• Naturschönheiten

    Schnappschüsse faszinierender Naturphänomene – für Sie gefunden.

  • Informiert bleiben zum Thema

    Klima

    Das Klima verändert sich. Halten Sie sich über die Auswirkungen auf dem Laufenden!

    Stichworte zum Thema

    Themenbereich als

    Alert abonnieren
  • BeobachterNatur abonnieren

     
    Lassen Sie sich von spannenden Reportagen und attraktiven Bildstrecken faszinieren.

    Jetzt profitieren

  • zum Natur-Kreuzworträtsel - hier gewinnen Sie!

    Kreuzworträtsel

    Lösen Sie das interaktive Natur-Kreuzworträtsel und gewinnen Sie tolle Preise.

    los gehts

  •  

    Leserreise Spanien

     

    Besichtigen Sie die wichtigsten Wind- und Solarkraftwerke und geniessen Sie die Schönheit und Kultur Andalusiens.

    mehr dazu

  • Anzeige:

Wasserkraft

Bleiben Stauseen leer, fliesst auch kein Strom

Text:
  • Stefan Stöcklin
Bild:
  • Bernd Gehrmann
Ausgabe:
7/10

Mehr als die Hälfte des Schweizer Elektrizitätsverbrauchs stammt aus der Wasserkraft; der Klimawandel bedroht die Produktion der «sauberen» Energie.

Wasserkraft; Bleiben Stauseen leer, fliesst auch kein Strom

Lago di Vogorno bei Mergoscia, im Hintergrund ist der Lago Maggiore zu sehen.

Die Klimaerwärmung und die damit verbundene Veränderung der Wasserabflüsse in den Alpen setzen die Elektrizitätsfirmen unter Druck. Können die Stauseen auch in Zukunft effizient gefüllt und genutzt werden? Diese Frage treibt die Branche um. Laut einer Studie des Bundesamts für Energie (BFE) wird die Abflussmenge im Alpenraum bis 2035 um sieben Prozent abnehmen. Das führt zu einer ebenso hohen Einbusse bei der Stromproduktion aus Speicherkraftwerken (Stauseen). «Wir gehen auch von dieser Prognose aus», bestätigt Jörg Aeberhard, Leiter Wasserkraft beim Energieunternehmen Alpiq.

54%

beträgt der Anteil der Wasserkraft am in der Schweiz produzierten Strom.

Abschmelzende Gletscher sind aber nur ein Teil der Herausforderung. Auch mit zunehmend heftigeren Niederschlägen ist zu rechnen. Fällt viel Regen in kurzer Zeit, kann nicht alles Wasser in die Speicherseen geleitet werden, weil die Fassungen über­laufen. Und auch weil die Verdunstung zunimmt, bleibt weniger Wasser für die Stromproduktion.

Laut Glaziologen wird die Gletscherschmelze zwar zunächst zu einem Anstieg, längerfristig jedoch zu einer massiven Abnahme der Wasser­menge führen. Ausserdem fällt wegen der Klimaerwärmung das Wasser vermehrt im Winter statt im Sommer an. Wenn es in einem wärmeren Klima vermehrt Regen statt Schnee gibt, erhöhen sich die Abflüsse im Winterhalbjahr. Im Sommer wird dafür weniger Schmelzwasser anfallen.

Ein Problem ist jetzt schon akut: Der Rückzug der Gletscher destabilisiert die Schutthaufen neben, unter und vor dem Eis. Gestein und Bodenmaterial werden in die Speicherseen geschwemmt und führen zu grossen Ablagerungen. Zum Beispiel im Massa­stausee, der mit Wasser vom Aletschgletscher gefüllt wird. Momentan wird nach Lösungen für dieses Problem gesucht.

«Die Herausforderungen sind vielfältig, die Prognosen der Klimatologen unterschiedlich», sagt Jörg Aeberhard. Die Speicherbetreiber müssen sich auf unsichere Zeiten einstellen. Das gilt auch für die Betreiber von Flusskraftwerken, die mit häufigeren Hochwassern konfrontiert werden dürften. Diese erschweren die Stromproduktion, die auf steten Wasserfluss ausgerichtet ist.

Laut BFE wird sich das Problem noch verschärfen. Zwischen 2070 und 2099 rechnet das Amt mit einem Rückgang des Wasserabflusses um 17 Prozent. Dabei wird die prognostizierte Erwärmung den Strombedarf für Kühlzwecke im Sommer erhöhen.

Anzeige:

© BeobachterNatur Ausgabe 7 vom 09. Sep 2010 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh