Neukaledonien Im Land der Kanaken

Zeichen des Widerstands: Wo rundherum Nickel im grossen Stil abgebaut wird, haben Einheimische ein Heiligtum, ein Tabu, aufgestellt.

In Neukaledonien ruinieren Nickelproduzenten die Umwelt. Die Menschen vom Volk der Kanak kämpfen für die Natur ihrer Heimat.

In der Snackbar in Koné trinkt ein Schmetterling ein Bier. Er krallt sich an den Rand der Dose, saugt den Rest aus der Rinne. Der alte Mann lacht. «Schmetterling, wer bist du?» Mit dem Zeigefinger will er ihn verscheuchen. Aber der Schmetterling will noch trinken. «Die ­Ahnen sind bei uns überall. In Pflanzen, Tieren, im Meer und in den Steinen.» Stammesland in Neu­kaledonien.

Auf dem Teller des alten Mannes liegen Reste eines Fischs. Eines Picots mit spitzen Zähnchen. Kopf braun gebraten. Gelb leuchten die Augen. Der alte Mann steht auf, geht Richtung Ausgang, vorbei an Bauarbeitern, Männern in Anzügen. Sie tippen in Laptops. Er will wieder in sein Dorf, steigt in den verbeulten Geländewagen. Ein Hund steht daneben und frisst Alufolie. Neukaledonien, eine Insel im Südpazifik, zwischen Australien, Papua-Neuguinea und Fidschi. 400 Kilometer lang, 50 breit.

Die Sonne legt sich über die Südsee. Auf den vorgelagerten Inseln glitzert der Sand. Schaum zeichnet die Linien des 
Korallenriffs nach. Die Lagunen sind nach denen im australischen Great-Barrier-Riff die grössten der Welt. 1500 Kilometer weit ziehen sie sich ums Land. Hier leben seltene Arten wie Dugongs, die verrückt aussehenden Seekühe, oder Grüne Meeresschildkröten. Gemächlich zieht ein französisches Kriegsschiff vorbei. Die Augen des alten Mannes leuchten. Jemand hat in blauer Farbe «Kanaky libre» an eine Wand gesprüht. Kanaka bedeutet Mensch, Kanaké der erstgeborene Sohn der Ahnen. Kanak nennt sich das Urvolk.

Neukaledonien ist immer noch fran­zösische Kolonie. Von den rund 250'000 Menschen sind 45 Prozent Kanaken. Neukaledonien hält gemäss Schätzungen bis zu ein Fünftel der Weltreserven an Nickel. Stets war die Nickelindustrie in der Hand der französischen Siedler. Die grössten Vorräte liegen noch in der Erde. Für alle möglichen Legierungen wird Nickel benötigt. Die Welt braucht es für ihre Stahl-, Chemie-, Automobilindustrie. Ein teures Metall. Damit lässt sich viel Geld verdienen.

Nickelabbau bei Nepoui

«Unser Reichtum ist die Natur»

Der alte Mann fährt tief in den Wald, vorbei an Palmen und Banyanbäumen mit ihren Luftwurzeln. «Wir lebten immer sehr abgeschieden.» Flüsse kreuzen den Weg. Vorsichtig steuert der Alte den Wagen durchs Wasser. «Wir lebten von der Fruchtbarkeit der Natur. Das war unser Reichtum. 4000 Jahre lang. Für die Europäer liegt Reichtum in den Banken. Wir haben ihn unter den Füssen.» Eine schmale Piste führt den Berg hinauf. Verwilderte Kühe versperren den Weg. Sie wissen nicht, wohin. Der Abhang ist steil. «Die Rinder haben die Franzosen mitgebracht. Wir haben uns zuerst vor ihnen gefürchtet, kannten die Viecher nicht.» Der Wagen rumpelt durch Schlaglöcher. Der alte Mann hat es eilig. Er erwartet Besuch.

 
Rohstoff für die Welt: In der Chemiefabrik von Goro wird Nickelerz verarbeitet. Man schätzt, dass in Neu­kaledonien bis zu 20 Prozent der globalen Reserven liegen.

Palmen, Hibiskus und rote Lilien. Sie sollen die Bewohner schützen. Das Grundstück liegt an einem Hang, umgeben vom Garten und von Feldern. Mit seiner Familie lebt der alte Mann hier in mehreren Hütten. Eine zum Schlafen, eine zum Kochen, eine zum Wohnen. Betonboden und Wellblech. In der Küche brennt ein Feuer.

Auf der Stufe vor dem Haus sitzt der Gast und wartet. Emmanuel Tjibaou, ein junger Mann. Der alte Mann nimmt ihn in die Arme. Emmanuel stammt aus einer 
angesehenen Familie. Jeder kennt sie. Er 
ist in die Berge gekommen, weil der alte Mann die Geschichten der Kanaken besser kennt als viele andere. Die Geschichten drohen zu verschwinden. Emmanuel schreibt sie auf, damit sie nicht verloren­gehen. Geschichten, die seit Hunderten von Jahren von Generation zu Generation weitererzählt werden. Auf Neukaledonien gibt es fast 300 Stämme mit 28 Sprachen. Einst waren es 34. Die Landessprache ist Französisch.

Die Menschen wohnen in einfachen Verhältnissen.
Die französi­sche Kolonie Neukaledonien liegt im Südpazifik, nordöstlich von Australien. Rund um die Hauptinsel erstreckt sich das zweitgrösste Korallenriff der Welt.

Emmanuel Tjibaou war noch ein Kind. Als er mit seiner Familie vor dem Fernseher sass, erschien unten im Bild das Nachrichtenband. Auf dem stand, dass sein Vater Jean-Marie erschossen worden sei. «Meine Familie kennt das Blutvergiessen. Die französischen Soldaten kamen 1917 in unser Dorf, brannten es nieder, töteten. Meine Urgrossmutter hatte ihr Baby auf dem Arm. Als eine Kugel sie traf, starb sie, und das Baby fiel auf die Erde.» Es war 
der Vater von Jean-Marie. 1984 wurden zwei Brüder Jean-Maries aus einem Hinterhalt erschossen. Und auch Jean-Marie ahnte seinen Tod. Er sprach davon. Am 
4. Mai 1989 wurde er ermordet.

Jean-Marie Tjibaou wollte die Unabhängigkeit mit friedlichen Mitteln erreichen. Für seinen Mörder war das Verrat; er wollte den Bürgerkrieg blutig zu Ende führen. Bei seinem Attentat kam er selbst auch ums Leben.

Jean-Marie Tjibaou hatte, kurz bevor er ermordet wurde, mit Frankreich Verträge ausgehandelt. Sie sollten dem Land Frieden bringen. Mehr Rechte für die Kanaken. Neukaledonien wurde in Provinzen aufgeteilt. Die Kanaken sollten den Norden nach ihren eigenen Prinzipien wirtschaftlich und kulturell entwickeln. Frankreich sicherte finanzielle Unterstützung zu.

Der alte Mann sagt: «Jean-Marie Tji­baou war voller Klarheit. Er hatte sein Ziel vor Augen, und er hätte es erreicht.»

 

Mit der Dunkelheit kommt die Kälte. Der alte Mann fragt: «Habt ihr den grossen Stein auf dem Weg hierhin gesehen, mit der Mariannenfigur darauf? Da gibt es diese Geschichte. Der Stein wollte fort von hier. Er lief bis ganz in den Norden. Da gab es aber schon einen grossen Stein, der sagte: ‹He, was willst du hier? Hier ist doch schon ein grosser Stein.› Da kam der Stein den ganzen Weg wieder zu uns zurück.»

Um acht Uhr abends ist die Dunkelheit mächtig. Man sieht die eigenen Füsse beim Gehen nicht. Der alte Mann ist verschwunden. Er war müde. Hinter dem Vorhang singt sein Sohn die Enkeltochter in den Schlaf. Emmanuel Tjibaou sucht sich eine Decke, legt sich auf eine Matte. Das Licht der Lampe erlischt. Tjibaou sagt: «Unsere Kultur gibt unserem Leben Sinn. Du kannst das profitabelste wirtschaftliche System erschaffen. Wir sind aber keine Roboter, die in diesem System glücklich werden.»

250 Meter hohe Bergkuppen abtragen

Goro, in der Region Yaté im Süden. Gepflegte Hütten reihen sich an der Strasse. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen die Berge. Riesige Bagger graben sich in die abgeholzten Kuppen. «Dies ist meine Heimat.» André Vama hat mit Jean-Marie Tjibaou für die Unabhängigkeit gekämpft. Sein rotes Hemd spannt um seinen Bauch. Er trägt einen Schnauzer, hat grau-schwarze Haare. Die Kanak können grimmig blicken. Wenn man bei ihnen zu Gast ist, merkt man, sie sind charmant, mit ihren funkelnden Augen. «Politik fängt damit an, dass man den Kindern sagt, sie sollen ihre Betten machen. Wenn sie sich auf andere verlassen, wird das nichts.» Das hat Jean-Marie Tjibaou immer gesagt.

André Vama stoppt seinen Wagen auf der Strasse, die am Meer entlangführt. Er begrüsst einen alten Fischer, der knietief im Wasser steht mit seinem Wurfnetz. Er sagt: «Wir haben als Volk gekämpft, mit Frankreich gemeinsam Verträge unterschrieben. Was machen sie? Frankreich verkauft unser Stammesland an den Konzern. 6000 Quadratmeter. 30 Jahre lang wollen sie unsere Berge abtragen. Bis zu 250 Meter.»

Der Umwelt­schützer André Vama diskutiert mit französischen Polizisten.

In der Ferne stossen schwere Maschinen Rauch aus. Als der ausländische Konzern 2006 mit seinem Gerät und Tausenden von philippinischen Arbeitern ankam, standen die Fischer am Meer und beob­achteten einen Wal. Er wurde von kleinen Haien angefressen, vom Schwanz her. Dann kam der grosse Tigerhai in die Bucht und tötete den Wal. Für die Männer war das eine Warnung der Natur. Der Wal ist Neukaledonien. Der Kopf der Süden, die Schwanzflosse der Norden. Die kleinen Haie: Seit 100 Jahren graben kleine Minengesellschaften nach Nickel. Der Tigerhai ist der grosse Konzern, er schluckt das Land.

Die Leute aus der Region versammeln sich. Barrikaden brennen, Fischer zerschlagen Lastwagen des Konzerns. Der Fischer am Strand sagt: «Wir wollen euer Geld nicht, wir wollen unser Land. Wir haben Angst um unser Meer, um die Berge und das Trinkwasser.» Auf Neukaledonien kann ein kleiner Funke schnell einen grossen Brand entfachen. Frankreich schickt Polizisten. Sie sollen den Konzern schützen. Auf dessen Gelände gibt es heute eine Polizeiwache mit Panzerfahrzeugen.

Der Fischfang ist heute eine bedrohte Nahrungsquelle
 
Auch die Krebssuche in den Mangroven bringt immer weniger Ertrag.

Der Nickelkonzern respektiert das Tabu

André Vama fährt über Geröll. Er will hin­auf zum heiligen Platz, mitten im Minengebiet. Hier haben sie ein Tabu aufgestellt. Ein riesiger, schwarzer Holzstamm reckt sich in den hellblauen Himmel und beschützt die heilige Stelle. Am höchsten Punkt der Berge. Die umgebundenen Tücher sind Botschaften an die Ahnen. An dieses Tabu traut sich der Konzern nicht heran. Rundum ist der Berg abgetragen.

André Vama startet den Motor. Der 
Wagen kriecht im Allradgang über Felsbrocken. «Die Leute vom Konzern ignorierten immer wieder unsere Fragen. Die Regierung gab uns keine Auskunft, warum sie unser Land einfach verkauft hat. Da haben wir dieses Tabu aufgestellt. Es ist unser heiliges Land. Diese Leute zerstören unsere natürliche Lebensgrundlage!» Regen setzt ein. Die nickelhaltige Erde wird bei Feuchtigkeit glatt wie Schnee. Der Wagen rutscht in den Kurven. André Vama lächelt. «Wir haben dem Konzern mehrere Millionen Euro Schaden zugefügt.»

Den Direktor des brasilianisch-kanadischen Bergbaukonzerns Vale in der Hauptstadt Nouméa lässt das kalt. Wenn man nichts riskiert, gewinnt man nichts. Er sagt, die Kanaken hätten Sorgen, das wäre ja auch richtig so. Aber sie hätten gemeinsam viel erreicht. Vale zahle nun in einen Umweltfonds ein, beachte strengere Umweltauflagen und forste die Wälder wieder auf. Das sei vertraglich vereinbart.

Flüsse spülen Nickelschlamm ins Meer

Roter Staub aus der Mine wird in den Flüssen zu rotem Schlamm und fliesst ins Meer. Die Meeresschildkröten mögen den Nickelstaub nicht. «Wenn es die Schildkröten nicht mehr gibt, dann gibt es auch unseren Stamm nicht mehr.» Jeder Stamm hat einen Ururahnen. Die Ururahnen werden wiedergeboren, in einem Totemtier, 
in einem Stein oder in einer Pflanze. Die 
Ahnen der Kanaken liegen in den Bergen. Grosse gelbe Bagger reissen Löcher in die Erde. In den Bergen wachsen Pflanzen, die sonst nirgends auf der Welt zu finden sind.

André Vama fährt Richtung Meer, wo die Fabrik liegt, in der Nickel chemisch bearbeitet wird. «Wir wollen Kanaken sein. Wir sind genauso viel wert wie die Leute, die mit ihrem Geld kommen und in unseren Bergen graben.» Der Direktor des Konzerns behauptet, das Meer, die Berge und die Lagunen seien sicher. Doch vor kurzem lief Schwefelsäure aus, rund 5000 Liter. Im Fluss gab es danach kein Leben mehr. Die Männer aus dem Ort sammelten die toten Fische ein, schleppten sie vor den Zaun des Nickelkonzerns. Sie stellten einen toten Baum als Tabu auf. Silbern glänzt der Stamm. Tabu bedeutet Stopp.

Die Korallenriffe von Neukaledonien sind das grösste Naturschutzgebiet Frankreichs. Von der Unesco geschützt. Nah am Ufer ist das Wasser voller bunter Fische. Kokosnüsse fallen von den Bäumen. Meeresschildkröten vergraben ihre Eier. Südsee wie in den Sehnsuchtsvorstellungen der Europäer. Wo schwermetallhaltiges Abwasser aus der Fabrik ins Meer fliesst, ist die Schutzzone unterbrochen.

In seiner Hütte holt André Vama eine Barbe aus der Tiefkühltruhe. Den Fisch hat sein Neffe gefangen. «Wir konnten den Konzern leider nicht stoppen. Wir hätten noch weiter gehen können. Leute töten, das hätten wir machen können. Zehn Polizisten, noch ein paar Wachmänner. So gewinnen wir aber auch nicht.» Er legt den Fisch auf den Rost über dem Feuer. Manche Kanaken entsorgen alte Batterien in den Gemüsegärten. Aber es tut ihnen weh, sehen zu müssen, wie die Erde auf den Bergen abgetragen wird.

André Vama ist das peinlich. Er bricht ein paar Äste von einem toten Stamm und legt sie aufs Feuer. «Auch ich finde das Land manchmal paradox.» Mit dem Auto braucht man sieben Stunden bis in die Zukunft. Die lange Strasse führt immer geradeaus. In der Nordprovinz leben 80 Prozent Kanaken. Sie wollen eine neue Welt erschaffen, haben lange zugesehen, wie andere die Rohstoffe aus den Bergen zu Geld machten. Nun haben sie im Norden eine eigene gigantische Nickelmine erschlossen – ein Ergebnis auch der Unabhängigkeitskämpfe. ­Jean-Marie Tjibaou sagte zu seinen Leuten: «Niemand wird euch irgend­etwas für nichts geben. Ihr werdet nur das bekommen, wofür ihr gekämpft habt. Wir kämpfen für unsere rechtmässige Erde. Wir müssen die Wirtschaft als Instrument sehen, um an die Macht zu gelangen.»

Am Marktstand sitzen Frauen und spielen Bingo. Es gibt Regeln, wie man das Stammesland der Kanaken betritt. Fremde müssen in den Clan eingeführt werden. Das ist ein festes Ritual: Mit dem Geist der Gabe taucht man ein in die Gesellschaft. Das Mitbringsel ist nicht nur ein Ding. Es ist Geist. Zwei, drei Meter bunter Stoff, 
Tabakbeutel, Zigarettenpapier, Streichhölzer, ein Geldschein. Der Gabentausch ist feierlich. Die Begegnung danach anders, herzlicher. Die Kanaken nehmen sich Zeit.

Die Fischerinnen stehen knietief in den Mangrovensümpfen. Sie suchen nach Aus­tern, Krabben, Krebsen und Hummern. Sie hoffen, dass die neue Zeit keinen Streit 
verursachen wird. «Es geht aber schon los», sagt eine. «Neid und Begünstigungen. Eben haben sie fünf Hektar Mangroven abgeholzt. Für den neuen Hafen. Sie baggern das Meer fünf Meter tiefer. Das wird keinen guten Einfluss auf die Natur haben.»

 

Erstmals bestimmen die Einheimischen

Fischerinnen aus anderen Regionen kommen hierher, weil es bei ihnen nicht mehr viel zu fangen gibt. Sie sagen: «Wir haben diese Welt nicht gewollt. Wir hatten alles, was wir brauchten. Was die Natur uns gab.» Nun kommen die Bagger auch in den Norden, ins Land der Kanaken. «Die jungen Leute arbeiten nicht mehr als Fischer. Sie wollen Wohlstand.» Arbeiten, um sich 
Handy, Fernseher und McDonald’s leisten zu können. Zirkulation von Geld. Der Markt macht schnell abhängig. Die Fischerinnen haben Angst um ihre Töchter. Es gibt Geschichten, wonach junge Frauen an der Baustelle sich prostituiert haben sollen.

In Koné, der Hauptstadt der Nordprovinz, wohnen gut 6000 Menschen. In ein paar Jahren sollen es 25'000 sein. Tausende von Häusern müssen gebaut werden, Super­märkte, Krankenhäuser, Apotheken, Schulen. Kanadische Ingenieure planen im Auftrag der Kanaken. Die kanakische Regierung hält 51 Prozent der Anteile, der britisch-schweizerische Bergbaukonzern Xstrata den Rest. Im April hat die Mine den Betrieb aufgenommen. Es ist das erste Mal, dass nicht die Franzosen bestimmen, sondern die Kanaken.

In der Snackbar bestellt der alte Mann Fisch. Picot, den mit den spitzen Zähnchen. Eine Gruppe Mädchen feiert Geburtstag. Die jungen Leute sagen: «Mit 
unseren Bodenschätzen haben wir die Chance, das Beste aus der Situation zu machen. Wir wollen diesmal nicht auf der Strecke bleiben.»

An der Theke wieder Bauarbeiter, Geschäftsleute, die in Laptops tippen. Der Alte sagt: «Seit je leben wir mit unserer Natur. Sie bestimmt unsere Politik, ist unsere Religion. Seit 200 Jahren kommen Leute, die uns ein besseres Leben versprechen, die meinen, alles besser zu wissen. Nickelabbau wird uns kein besseres Leben bringen. Er hat mit der Welt der Ahnen nicht viel gemein.» Er schaut nach einem Schmetterling auf dem Rand einer Bierdose.

Bei Goro in der südlichen Region Yaté
Autor:
  • Ulf Schubert
Bild:
  • Jesco Denzel
13. Mai 2013, Beobachter 4/2013