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Licht

Strom sparen im 
Handumdrehen

Text:
  • Marianne Siegenthaler
Bild:
  • Istockphoto.com  
  •  und Philips  
Ausgabe:
9/11

Die herkömmliche Glühbirne hat ausgedient. Welches sind die spezifischen Stärken der neuen, sparsameren Lampen?

LED-Lampen

Die LED-Technik («Licht emittierende Dioden») 
ist schon lange bekannt, beispielsweise von der Digitaluhr der siebziger Jahre. LEDs sind Halbleiterkristalle, die Strom zum Leuchten bringt. LED gilt als Lichttechnologie der Zukunft, und die Anwendungsgebiete werden laufend erweitert. Die Vorteile: Da LED-
Lampen kaum Wärme produzieren, wird der grösste Teil der Energie in Licht umgewandelt. Der Energieverbrauch beträgt nur rund ein Fünftel gegenüber herkömmlichen Glühbirnen. Tests haben ergeben, dass eine gute 12-Watt-LED-Lampe etwa so hell leuchtet wie eine 60-Watt-Glühbirne – und das bis zu 30'000 Stunden lang. Man könnte sie also theoretisch ungefähr dreieinhalb Jahre lang ununterbrochen brennen lassen. Sie ist mit 
bis zu 60 Franken aber recht teuer.

Das Qualitätsspektrum von LED ist gross. Es gibt neben dimmbaren Modellen auch solche, die «warmweisses» Licht ausstrahlen. Massgebend dafür ist der sogenannte Kelvinwert (K). Er gibt Auskunft über die Farbtemperatur und wird in der Regel auf der Packung angegeben. Für den Wohnbereich sollte man auf einen tiefen Kelvinwert bis 3300 achten. In funktionalen Räumen wie Waschküche oder Treppenhaus passt neutralweisses Licht über 
3300 K. Die Faustregel lautet: Je tiefer der Kelvinwert, desto wärmer das Licht. Grundsätzlich eignet sich LED vor allem da, wo zielgerichtetes Licht gefragt ist, also als Leselampe im Wohnzimmer, 
als Nachttisch- oder als Schreibtischlampe, aber auch zur Arbeits­platzbeleuchtung in der Küche. Empfindliche Menschen wissen die LED-Lampen 
zu schätzen, weil sie praktisch keinen Elektrosmog abgeben.

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Leuchtstoffröhren

Die modernen Leuchtstofflampen erinnern an 
die Neonröhren von früher. Sie werden wie die Stromsparlampen mit einem Edelgas – meist Argon – und Quecksilberdampf betrieben. Der Stromverbrauch ist ähnlich tief wie derjenige der Sparlampen, allerdings nutzt man sie wegen ihrer Grösse hauptsächlich in Räumen, die gut ausgeleuchtet sein müssen, also beispielsweise in der Wasch­küche, in der Garage oder im Büro.

Wo es schnell gehen soll mit dem Licht, eignet sich die Leuchtstoffröhre weniger, denn bis sie ganz hell leuchtet, dauert es ein paar Sekunden. Keller­treppen beleuchtet man also besser mit einem LED-Spot oder einer Halogenlampe. Wie bei den anderen Sparlampen gilt auch hier: zur Entsorgung zurück zum Händler. Jedes Geschäft, das Spar­lampen verkauft, ist auch verpflichtet, diese wieder entgegenzunehmen.

Sparlampen

Energiesparlampen sind inzwischen in den unterschiedlichsten Formen und 
Ausführungen erhältlich. Das Prinzip: 
Gas wird mittels Strom zum Leuchten 
gebracht, wofür man Vorschaltgeräte 
benötigt. Dadurch sind Energiesparlampen kleine Elektrogeräte, die auch Elektrosmog ausstrahlen. Empfindliche Menschen sollten deshalb auf einen Abstand von mindestens einem hal­ben Meter zwischen Kopf und Lampe achten. Sparlampen verbrauchen im Betrieb ähnlich wenig Strom wie LED, haben aber nebst dem Elektrosmog weitere Nachteile: Die Lebensdauer mancher Modelle ist nicht immer so hoch, wie der Hersteller angibt (6000 bis 12'000 Stunden).

Auch die Lichtleis­tung nimmt mit der Zeit ab, wie ein aktueller Test von «K-Tipp» ergeben hat. Zudem dauert es je nach Modell lange, bis die Lampe die maximale Helligkeit erreicht. Und Sparlampen setzen Dämpfe frei, die in Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Immerhin sind sie mit 10 bis 30 Franken 
einiges günstiger als LED-Lampen. Und es gibt auch für Energiesparlampen sinnvolle Einsatzgebiete im Privat­haushalt, etwa als Deckenfluter im Wohnzimmer, als Deckenbeleuchtung in der Küche oder als Dauer­beleuch­tung eines dunklen Treppenhauses. Weniger geeignet sind sie fürs Kinderzimmer, denn wenn eine Sparlampe zu Bruch geht, 
entweicht giftiges Queck­silber.

Für Wohn­räume ist wie bei LED ebenfalls ein warmweisses Licht unter 3300 Kelvin empfehlenswert. Bezüglich Helligkeit gilt die Faustregel: die Wattzahl mit Faktor fünf 
multiplizieren. Eine 15-Watt-Sparlampe gibt also 
ungefähr so viel Licht wie eine 75-Watt-Glühbirne.

Halogenlampen

Die Halogenlampe hat viel mit der Glühbirne gemeinsam. Sie spendet Licht, indem ein Stück Wolframdraht aufgeheizt wird und zu glühen beginnt. Damit das heisse Wolfram sich nicht am Glas niederschlägt und die Birne trübt, verwendet man ein sogenanntes Halogen. Es verbindet sich mit verdampften Wolframatomen und setzt sich nach dem Ausschalten wieder ab. Halogenlampen sind günstig (zirka fünf Franken), werden sofort hell, lassen sich dimmen und geben ein schönes Licht. Aber sie haben auch Nachteile: Die Stromersparnis ist bescheiden; um eine 60-Watt-Glühbirne zu ersetzen, braucht es eine 42-Watt-Halogenlampe – kein Vergleich also mit LED oder Sparlampen. Zudem ist ihre Lebensdauer mit 1000 bis 2000 Stunden deutlich geringer.

Halogenlampen eignen sich sehr gut für die punktuelle Beleuchtung von Bildern, aber auch fürs Treppenhaus oder für den Keller, wo man das Licht schnell ein- und ausschaltet. Aus Gründen der Energieeffizienz sollte man aber wenn möglich LED oder Spar-
lampen verwenden. Ohnehin will die EU ab 
2016 auch die Halogenlampen verbieten, und 
die Schweiz wird wohl nachziehen.

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© BeobachterNatur Ausgabe 9 vom 04. Nov 2011 - Alle Rechte vorbehalten

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