Recycling
Welche Schätze in Handys schlummern
In der Schweiz liegen rund acht Millionen nicht mehr benutzte Handys in den Schubladen. Würden sie rezykliert, könnten weltweit knapp gewordene Metallreserven geschont werden.
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Beim Handy-Recycling geben Schweizerinnen und Schweizer kein Vorbild ab: Die Rücklaufquote der nicht mehr gebrauchten Geräte beträgt nur 15 Prozent. Im Abfall landet gemäss einer Schätzung von Nokia nur ein kleiner Teil; 40 Prozent werden weitergegeben oder verkauft – und fast die Hälfte aller nicht mehr benutzten Handys lagern in den Schubladen. Bei jährlich 2,8 Millionen verkaufter Handys dürften sich in den Haushalten zirka acht Millionen alte Geräte angesammelt haben.
In all diesen Geräten schlummern wertvolle Rohstoffe. Rezykliert werden Edelmetalle wie Kupfer, Silber und Gold. In Handys stecken aber auch mehr als 20 exotische Metalle, so etwa Tantal, Indium, Palladium und Gallium. Einige dieser Stoffe sind gesundheitlich problematisch, andere äusserst selten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie für die Handy-Herstellung unentbehrlich sind. «Gerade beim Indium ist das Verhältnis zwischen der Nachfrage und den verfügbaren Mengen aus dem Abbau kritisch geworden, deshalb ist das Recycling von indiumhaltigen Geräteteilen nötig», sagt Patrick Wäger von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa).
Indium ist in Form eines leitfähigen Glases ein zentraler Bestandteil des Displays. Der Bedarf hat die Jahresproduktion längst um ein Vielfaches überholt. Die weltweiten Ressourcen, schätzt die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, reichen höchstens noch 15 Jahre.
Von der Mine bis zum fertigen Handy
Der Rohstoff Kupfer zum Beispiel legt 29'000 Kilometer (km) zurück
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Rohstoff: Die Rohstoffe stammen aus Abbaugebieten in aller Welt. Das grösste Vorkommen von Kupfer zum Beispiel liegt in Chile. Andere grosse Lagerstätten gibt es in den USA, Russland, Sambia, Kanada und Peru.
19'000 km >
Bauteile: Für die Handy-Produktion ist China das bedeutendste Land. Hier stellen eine Vielzahl von Einzelproduzenten verschiedenste Bauteile für Handys her.
22'000 km >
Halbfabrikate: In Niedriglohn- Ländern wie China, Indien, Philippinen, Malaysia, Mexiko werden aus den Bauteilen Halbfabrikate gefertigt (u.a. Gehäuse, Stromversorgung, Sende-/Empfangs- einheiten, Prozessoren, Lautsprecher).
28'000 km >
Endmontage: Die Endmontage der Geräte erfolgt in der Nähe des Nutzermarkts, heute aber aus Kostengründen oft nicht mehr in Deutschland oder Finnland, sondern in Rumänien, Ungarn, Türkei und weiteren Ländern.
29'000 km >
Verkauf, Gebrauch: Fertig installiert und geprüft, werden die Geräte verpackt und an die Handy- und Elektronik-Anbieter in die Schweiz geliefert. Dort kaufen es die Konsumenten und nutzen es durchschnittlich nur gerade 18 Monate.
© BeobachterNatur Ausgabe 23 vom 12. Nov 2009 - Alle Rechte vorbehalten












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