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Drei Fragen an

Renato Isella

Text:
  • Andrea Freiermuth
Bild:
  • Migros  
Ausgabe:
5/10

Im kaum überschaubaren Dschungel an Labels kreiert die Migros ein eigenes. Was soll das?

Drei Fragen an Renato Isella

Renato Isella ist bei der Migros für ­die Biolinie verantwortlich. Früher war er in gleicher Stellung für Coop tätig.

BeobachterNatur: Warum benutzt die Migros ein eigenes Biolabel und nicht die vertrauenswürdige «Knospe» von Bio Suisse?
Renato Isella
: Die Migros steht für Eigenmarken – seit 85 Jahren. Dank ihrer langen Geschichte ist das Vertrauen in die Migros und ihre Marken gross. Darum können wir uns erlauben, auch im Biobereich auf ein eigenes Label zu setzen. Das bietet den Kunden einen Vorteil: Sie kaufen Bioqualität und müssen die Lizenzgebühr für die «Knospe» nicht zahlen.

BeobachterNatur: Aber ist in den Bioprodukten der Migros auch gleich viel «Bio» drin wie in Knospe-Produkten?
Isella
: Die Richtlinien sind nicht ganz identisch. Aber viele Produkte stammen von denselben Produzenten. Diese werden von denselben unabhängigen Kontrollorganen überwacht und nach denselben Massstäben zertifiziert. Zudem sind wir in einzelnen Punkten sogar strenger als Bio Suisse. «Bio Weide-Beef»-Rinder für die Migros zum Beispiel haben im Winter täglich 24 Stunden Auslauf. Und in der Vegetationsphase dürfen sie für mindestens acht Stunden pro Tag auf die Weide. Bio Suisse schreibt im Winter nur 13 Tage und im Sommer 26 Tage Weidegang pro Monat vor – und erlaubt die Anbindehaltung.

BeobachterNatur: Trotzdem erzielt zum Beispiel Coop im Bio-Bereich fast doppelt so viel Umsatz. Warum?
Isella
: Obwohl die Migros den Bio-Gedanken früher aufgenommen hat als die Konkurrenz, haben wir die Strategie national weniger konsequent verfolgt. In den Sortimenten der Regionen gab es grosse Unterschiede. Zudem haben wir weniger gut kommuniziert – mit ein Grund, warum wir unserem Label ein neues Design verpasst haben.

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© BeobachterNatur Ausgabe 5 vom 03. Jun 2010 - Alle Rechte vorbehalten

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