Wie viele Leute würden gentechnisch veränderte Lebensmittel kaufen, wenn diese tatsächlich im Angebot wären? Dieser Frage gingen Sozialwissenschaftler der ETH Zürich in einem Feldexperiment erstmals nach.
Die Forscher bauten in vier Städten Marktstände auf, an denen sie Maisbrote aus normalem, aus Bio- und aus gentechnisch verändertem Mais anboten. Sie verkauften rund 5000 Brote an 3275 Kunden. Das Resultat: 23 Prozent der Kunden kauften mindestens ein Gentech-Brot. Sogar 26,6 Prozent waren es, wenn das Gentech-Brot günstiger als das konventionelle war, und immerhin noch 20,2 Prozent, wenn es teurer war.
Diese Zahlen erstaunen auf den ersten Blick – denn vor allem die Grossverteiler betonen gerne, Gentech-Lebensmittel seien bei den Kunden nicht gefragt. Wenig überrascht zeigt sich jedoch Herbert Karch, Präsident der Vereinigung zum Schutz kleiner und mittlerer Bauern: «Auch bei Umfragen gaben jeweils 25 Prozent der Befragten an, sie würden Gentech-Produkte kaufen.» Andreas Tschöpe von der Stiftung für Konsumentenschutz sieht es ebenso: «Die Ergebnisse bestätigen nur unsere Befunde: Die überwiegende Mehrheit der Konsumenten lehnt den Konsum von Gentech-Lebensmitteln ab.»
Und was sagen die Grossverteiler? Coop schreibt: «Wegen der Studie ändern wir unsere Position nicht; unsere Konsumenten wünschen das nicht.» Und die Migros fügt bei: «Die Mehrheit ist gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Das nimmt die Migros ernst, indem sie auf den Verkauf so weit als möglich verzichtet.» Auch Denner will zukünftig kein Gentech-Food verkaufen.
Philipp Aerni, der Leiter der ETH-Studie, kommentiert: «Die Grossverteiler sind bloss um ihr Image besorgt.»
Kaufverhalten
Jeder Vierte greift zu Gentech-Brot
Wie viele Leute würden gentechnisch veränderte Lebensmittel kaufen, wenn diese tatsächlich im Angebot wären? Dieser Frage gingen Sozialwissenschaftler der ETH Zürich in einem Feldexperiment erstmals nach.
ETH-Studie: Die Ablehnung von Gentech-Brot ist geringer als erwartet – immerhin ein Viertel der Kunden kaufte Gentech-Brot.
Die Forscher bauten in vier Städten Marktstände auf, an denen sie Maisbrote aus normalem, aus Bio- und aus gentechnisch verändertem Mais anboten. Sie verkauften rund 5000 Brote an 3275 Kunden. Das Resultat: 23 Prozent der Kunden kauften mindestens ein Gentech-Brot. Sogar 26,6 Prozent waren es, wenn das Gentech-Brot günstiger als das konventionelle war, und immerhin noch 20,2 Prozent, wenn es teurer war.
Diese Zahlen erstaunen auf den ersten Blick – denn vor allem die Grossverteiler betonen gerne, Gentech-Lebensmittel seien bei den Kunden nicht gefragt. Wenig überrascht zeigt sich jedoch Herbert Karch, Präsident der Vereinigung zum Schutz kleiner und mittlerer Bauern: «Auch bei Umfragen gaben jeweils 25 Prozent der Befragten an, sie würden Gentech-Produkte kaufen.» Andreas Tschöpe von der Stiftung für Konsumentenschutz sieht es ebenso: «Die Ergebnisse bestätigen nur unsere Befunde: Die überwiegende Mehrheit der Konsumenten lehnt den Konsum von Gentech-Lebensmitteln ab.»
Und was sagen die Grossverteiler? Coop schreibt: «Wegen der Studie ändern wir unsere Position nicht; unsere Konsumenten wünschen das nicht.» Und die Migros fügt bei: «Die Mehrheit ist gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Das nimmt die Migros ernst, indem sie auf den Verkauf so weit als möglich verzichtet.» Auch Denner will zukünftig kein Gentech-Food verkaufen.
Philipp Aerni, der Leiter der ETH-Studie, kommentiert: «Die Grossverteiler sind bloss um ihr Image besorgt.»
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© BeobachterNatur Ausgabe 23 vom 12. Nov 2009 - Alle Rechte vorbehalten