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aktualisiert am 08. Dez 2010 13:26Labels

Konsumlabel soll Hunger in der Welt lindern

Text:
  • Tatjana Stocker
Bild:
  • Thinkstock Kollektion

Den Hunger in der Welt halbieren: Das ist das Ziel des Vereins «Share for food». Über ein neues Label soll Geld für Hungerprojekte generiert werden.

Einkaufen und damit Gutes tun – das ist die simple Idee hinter der Initiative «Share for food». Der gemeinnützige Trägerverein möchte zusammen mit Schweizer Produzenten, Konsumentinnen und Hilfswerken einen Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers leisten – und damit helfen, das Millenniumsziel der Vereinten Nationen umzusetzen.

Von jedem lizenzierten Produkt – von Teigwaren über Staubsauger bis hin zu Dienstleistungen wie Versicherungen – soll ein Prozent des Verkaufspreises den Hungernden in der Welt zugute kommen. Konkret überweisen die Produzenten ein Prozent des Endverkaufspreises in einen gemeinnützigen Fonds. Geld, das Nichtregierungsorganisationen für Ernährungsprojekte im Süden zur Verfügung steht – «zu 100 Prozent und ohne administrative Abzüge», sagt Projektleiter Ueli Wieser. «Unser Ziel ist grösstmögliche Transparenz.» Der Trägerverein «Share for food coalition» unter dem Präsidium des emeritierten Sozialethik-Professors Hans Ruh vergibt die Lizenzen; ein unabhängiger Beirat vergibt die Mittel an die Hilfswerke. Mittels Mobile Tagging können diese direkt auf dem lizenzierten Produkt informieren. Als Erstes wird ein Frauen-Projekt des Hilfswerks Cooperaid auf den Philippinen unterstützt.

Keine Konkurrenz zum Fairtrade-Label

Der Trägerverein strebt eine Breitenwirkung an. «Wenn nur jeder zehnte Haushalt in der Schweiz einen Zehntel seiner Einkäufe mit ‹Share for food›-Produkten deckt, fliessen jeden Monat eine Million Franken in den Fonds», rechnet Wieser vor. Ein ehrgeiziges Ziel, denn bisher bieten erst zwei Unternehmen «Share for food»-Produkte an: Pasta Premium (Bschüssig) und Traitafina (Wurstwaren). Für 2011 strebt der Verein einen Erlös von 100'000 Franken an und hofft, weitere Partner, Firmen und Hilfswerke dafür zu gewinnen.

Grosse Entwicklungshilfeorganisationen wie Helvetas oder Heks sind noch nicht mit an Bord, ebenso wenig die Grossverteiler Migros und Coop. Doch Wieser gibt sich optimistisch: «Auch das Fairtrade-Label benötigte Zeit, um sich zu etablieren.» In Konkurrenz zu Max Havelaar will das neue Label nicht treten: «Share for food»-Produkte stammen nicht aus dem Süden, sondern aus unseren Breitengraden. Wieser: «Wir verstehen uns als Ergänzung, als weitere sinnvolle Option.»

Ob die Zeit reif ist für ein «ethisches Label», wie die Initianten postulieren, muss sich erst noch zeigen. Die Frage stellt sich, ob viele Konsumentinnen vor dem immer dichter und unübersichtlicher werdenden Label-Dschungel nicht einfach kapitulieren.

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