Elektrovelos
Alles, was Sie über E-Bikes wissen müssen
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- 6/10
Es gibt viele Gründe, die für ein E-Bike sprechen. Höchste Zeit also, sich mit Begriffen wie Steuerelektronik, Mittelmotor und Nabenantrieb vertraut zu machen.
Der Markt für Elektrovelos steht unter Strom: 27'000 sogenannte Pedelecs wurden 2009 hierzulande verkauft – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Dank schnittigem Design und off-roadtauglichen Modellen verliert die elektrische Tretunterstützung allmählich das Weichei-Image, das ihr lange anhaftete. Heute schämt sich niemand mehr für sein Motörchen. Warum auch? E-Bikes sind schön, schnell und «sauber»: Sie verbrauchen auf 100 Kilometer eine Kilowattstunde Strom, was der Leistung eines Deziliters Benzin entspricht und je nach Tarif 10 bis 20 Rappen kostet. Von solchen Werten können Autofahrer nur träumen.
Egal, ob aus ökologischen oder ökonomischen Gründen: Wer sich ein Elektrovelo anschaffen will, sollte sich gut informieren. Nicht nur, weil es immer mehr Hersteller und damit eine grössere Auswahl gibt, sondern weil ein gutes E-Bike meist auch eine grössere Investition ist. Hochwertige Modelle kosten bis zu 7000 Franken, preiswertere um die 1500 Franken. Billig-Bikes haben jedoch ihre Tücken: «Mit ihren günstigen Komponenten sind sie anfälliger auf Defekte», so Bernhard Schneider von New Ride (siehe «Testberichte»).
Egal, ob teuer oder günstig: Man sollte sich bereits beim Kauf überlegen, wo man das E-Bike in den Service bringt. Was Komponenten wie Bremsen oder Ketten anbelangt, kann jeder Velomechaniker weiterhelfen. Bei Problemen mit dem Elektroantrieb braucht es einen Spezialisten. Es kann deshalb von Vorteil sein, wenn man ein gängiges Modell besitzt. Denn damit sind die Mechaniker besser vertraut.
Bevor man sich für ein Modell entscheidet, sollte man unbedingt eine Testfahrt machen – am besten auf einer Strecke, auf der man das Velo später einsetzen wird.
Einen Bericht über Tourismus-Regionen mit E-Bike-Netz finden Sie hier.
Je nach Antriebsart kann der Akku an unterschiedlichen Stellen platziert sein. Die meisten E-Bikes haben heute kompakte, leichte Lithium-Ionen-Akkus mit grosser Reichweite. Die schwereren Nickel-Metallhybrid-Akkus sind inzwischen seltener geworden. E-Bike-Akkus müssen in der Regel nach drei bis fünf Jahren ersetzt werden. Sie kosten bis zu 1000 Franken. Wie bei allen aufladbaren Batterien verlängert sich ihre Lebensdauer durch häufigen Gebrauch.
Reichweite: Abhängig von vielen Faktoren
Die Distanz, die mit einer Akkuladung zurückgelegt werden kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig – zum Beispiel vom Gelände, Reifendruck, Gewicht und von der Eigenleistung des Fahrers. Als Richtwert für eine Akkuladung gilt eine Reichweite von 50 Kilometern.
Die gängigste Antriebsart hierzulande ist der sogenannte Mittelmotor. Bei dieser Bauweise befindet sich der Antrieb beim Tretlager und der Akku hinter dem Sattelrohr. Der Vorteil des Mittelmotors: Der Schwerpunkt liegt tief und in der Mitte, was die Fahrsicherheit erhöht.
Die zweithäufigste Antriebsart ist der Radnabenmotor, der sich im Zentrum des Hinterrads befindet. Der Akku wird entweder am Unterrohr oder auf dem Gepäckträger befestigt. Da die elektrische Kraft direkt aufs Rad wirkt – und nicht auf die Kette –, schont der Nabenmotor Kette und Zahnkränze.
Antriebsstärke: Schnell oder langsam?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen E-Bikes mit Tretunterstützung bis maximal 25 Kilometer pro Stunde und solchen, die bis zu 45 Kilometer pro Stunde unterstützen. Die schnelleren E-Bikes eignen sich vor allem, wenn man längere Strecken zu bewältigen hat. Sie erfordern eine gelbe Mofanummer und einen Fahrausweis.
E-Bikes sind nicht mit einer Helmpflicht verbunden. Das Tragen eines Kopfschutzes wird jedoch sehr empfohlen. Denn Autofahrer unterschätzen oft die Geschwindigkeit von E-Bike-Fahrern – wodurch die Unfallgefahr steigt.
Ein geringes Gewicht erleichtert die Handhabung des Velos und wirkt sich positiv auf den Energieverbrauch aus. In der Regel wiegen E-Bikes zwischen 20 und 25 Kilogramm.
Damit der Motor die Muskelkraft bestmöglich unterstützt, ist eine ausgeklügelte Steuerelektronik nötig. Bei den meisten E-Bikes lässt sich die Tretunterstützung über drei bis fünf Stufen regeln. Hochwertige Modelle registrieren nicht nur die Tretbewegung, sondern auch die Drehzahl der Pedale und den Druck beim Treten. Zudem berechnen sie die optimale Motorleistung.
Gute Bremsen sind wichtig, es müssen aber nicht zwingend Scheibenbremsen sein: Für E-Bikes mit Tretunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde reichen vollumfänglich V-Brakes, wie sie auch bei günstigeren Mountainbikes eingesetzt werden. Bei den schnelleren Modellen empfiehlt sich aus Gründen der Sicherheit ein besser greifendes Bremssystem.
Rekuperation: Ein Verkaufsargument
Das E-Bike kann auch ein Kraftwerk sein – wenn der Radnabenmotor die Bremsenergie in Strom umwandelt und damit den Akku lädt. Die Technik nennt sich Rekuperation und wird von Herstellern und Händlern gern als Verkaufsargument genannt. Wie ein Test des Magazins «Velojournal» zeigt, lässt sich aber praktisch nur bei langen Abfahrten Energie gewinnen – und das leider auf Kosten des Tempos, was den Spassfaktor verringert.
www.newride.ch: Der unabhängige Infoservice zu Elektrovelos und -scootern bietet Testberichte, Antworten auf häufig gestellte Fragen und Adressen von Händlern. Unter der Rubrik «Events» sind E-Bike-Testtage nach Ort und Datum aufgelistet.
www.extraenergy.org: Unabhängiger deutscher Informationsservice rund um E-Bikes. Insbesondere das PDF-Dokument «Testberichte 2009/2010» ist sehr aufschlussreich.
www.velojournal.ch: Unter der Rubrik «Spezials» findet sich ein Dossier mit Hintergrund- und Testberichten; Pass wort kann per Mail angefordert werden.
Wer mit dem Bike zur Arbeit fährt, die Kinder zur Krippe transportiert oder regelmässig Steigungen überwinden muss, liebäugelt mit einem Elektrobike, das einem das Fahren erheblich erleichtert.
Mittlerweile ist die Palette an Produkten riesig – vom urbanen Designerteil bis zum Tourenvelo ist alles zu haben. Alle E-Bikes haben ein konventionelles Fahrrad als Grundelement – verbunden mit einer elektrischen Tretunterstützung: Sobald in die Pedale getreten wird, unterstützt ein spezieller Elektromotor die Tretbewegung. Das ermöglicht es, mit geringem Kraftaufwand ansehnliche Geschwindigkeiten zu erreichen.
Und genau diese Geschwindigkeiten machen den Verkehrssicherheitsexperten Sorge: Geschwindigkeit und Gewicht der E-Bikes führen zu deutlich längeren Bremswegen. Wegen dieses nicht zu unterschätzenden Gefahrenpotentials darf nicht jedermann mit einem Elektrofahrrad herumfahren. Insbesondere gilt ein Mindestalter, und je nach Leistung des Velos muss der Fahrer im Besitz einer erworbenen Ausweiskategorie sein.
Ob und mit welchem E-Bike Sie herumfahren dürfen, erfahren Sie auf der Beobachter-Beratungsplattform HelpOnline.
Quellen: «Velojournal», New Ride, topten.ch, Empa
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© BeobachterNatur Ausgabe 6 vom 11. Aug 2010 - Alle Rechte vorbehalten
Elektrovelos
Alles, was Sie über E-Bikes wissen müssen
Es gibt viele Gründe, die für ein E-Bike sprechen. Höchste Zeit also, sich mit Begriffen wie Steuerelektronik, Mittelmotor und Nabenantrieb vertraut zu machen.
Artikel zum Thema
Velo: Guter Rat für gute Räder
(Ausgabe: 3/11)
Der Markt für Elektrovelos steht unter Strom: 27'000 sogenannte Pedelecs wurden 2009 hierzulande verkauft – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Dank schnittigem Design und off-roadtauglichen Modellen verliert die elektrische Tretunterstützung allmählich das Weichei-Image, das ihr lange anhaftete. Heute schämt sich niemand mehr für sein Motörchen. Warum auch? E-Bikes sind schön, schnell und «sauber»: Sie verbrauchen auf 100 Kilometer eine Kilowattstunde Strom, was der Leistung eines Deziliters Benzin entspricht und je nach Tarif 10 bis 20 Rappen kostet. Von solchen Werten können Autofahrer nur träumen.
Egal, ob aus ökologischen oder ökonomischen Gründen: Wer sich ein Elektrovelo anschaffen will, sollte sich gut informieren. Nicht nur, weil es immer mehr Hersteller und damit eine grössere Auswahl gibt, sondern weil ein gutes E-Bike meist auch eine grössere Investition ist. Hochwertige Modelle kosten bis zu 7000 Franken, preiswertere um die 1500 Franken. Billig-Bikes haben jedoch ihre Tücken: «Mit ihren günstigen Komponenten sind sie anfälliger auf Defekte», so Bernhard Schneider von New Ride (siehe «Testberichte»).
Egal, ob teuer oder günstig: Man sollte sich bereits beim Kauf überlegen, wo man das E-Bike in den Service bringt. Was Komponenten wie Bremsen oder Ketten anbelangt, kann jeder Velomechaniker weiterhelfen. Bei Problemen mit dem Elektroantrieb braucht es einen Spezialisten. Es kann deshalb von Vorteil sein, wenn man ein gängiges Modell besitzt. Denn damit sind die Mechaniker besser vertraut.
Bevor man sich für ein Modell entscheidet, sollte man unbedingt eine Testfahrt machen – am besten auf einer Strecke, auf der man das Velo später einsetzen wird.
Einen Bericht über Tourismus-Regionen mit E-Bike-Netz finden Sie hier.
1. Akku: Wo der Saft herkommt
Je nach Antriebsart kann der Akku an unterschiedlichen Stellen platziert sein. Die meisten E-Bikes haben heute kompakte, leichte Lithium-Ionen-Akkus mit grosser Reichweite. Die schwereren Nickel-Metallhybrid-Akkus sind inzwischen seltener geworden. E-Bike-Akkus müssen in der Regel nach drei bis fünf Jahren ersetzt werden. Sie kosten bis zu 1000 Franken. Wie bei allen aufladbaren Batterien verlängert sich ihre Lebensdauer durch häufigen Gebrauch.
Reichweite: Abhängig von vielen Faktoren
Die Distanz, die mit einer Akkuladung zurückgelegt werden kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig – zum Beispiel vom Gelände, Reifendruck, Gewicht und von der Eigenleistung des Fahrers. Als Richtwert für eine Akkuladung gilt eine Reichweite von 50 Kilometern.
2. Antriebsart: Mittelmotor oder Nabenantrieb?
Die gängigste Antriebsart hierzulande ist der sogenannte Mittelmotor. Bei dieser Bauweise befindet sich der Antrieb beim Tretlager und der Akku hinter dem Sattelrohr. Der Vorteil des Mittelmotors: Der Schwerpunkt liegt tief und in der Mitte, was die Fahrsicherheit erhöht.
Die zweithäufigste Antriebsart ist der Radnabenmotor, der sich im Zentrum des Hinterrads befindet. Der Akku wird entweder am Unterrohr oder auf dem Gepäckträger befestigt. Da die elektrische Kraft direkt aufs Rad wirkt – und nicht auf die Kette –, schont der Nabenmotor Kette und Zahnkränze.
Antriebsstärke: Schnell oder langsam?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen E-Bikes mit Tretunterstützung bis maximal 25 Kilometer pro Stunde und solchen, die bis zu 45 Kilometer pro Stunde unterstützen. Die schnelleren E-Bikes eignen sich vor allem, wenn man längere Strecken zu bewältigen hat. Sie erfordern eine gelbe Mofanummer und einen Fahrausweis.
3. Helm: Schutz für den Kopf
E-Bikes sind nicht mit einer Helmpflicht verbunden. Das Tragen eines Kopfschutzes wird jedoch sehr empfohlen. Denn Autofahrer unterschätzen oft die Geschwindigkeit von E-Bike-Fahrern – wodurch die Unfallgefahr steigt.
4. Gewicht: Leicht soll es sein
Ein geringes Gewicht erleichtert die Handhabung des Velos und wirkt sich positiv auf den Energieverbrauch aus. In der Regel wiegen E-Bikes zwischen 20 und 25 Kilogramm.
Anzeige:
5. Steuerelektronik: Ein intelligentes Velo fährt sich leichter
Damit der Motor die Muskelkraft bestmöglich unterstützt, ist eine ausgeklügelte Steuerelektronik nötig. Bei den meisten E-Bikes lässt sich die Tretunterstützung über drei bis fünf Stufen regeln. Hochwertige Modelle registrieren nicht nur die Tretbewegung, sondern auch die Drehzahl der Pedale und den Druck beim Treten. Zudem berechnen sie die optimale Motorleistung.
6. Bremsen: Teure Technik ist nicht nötig
Gute Bremsen sind wichtig, es müssen aber nicht zwingend Scheibenbremsen sein: Für E-Bikes mit Tretunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde reichen vollumfänglich V-Brakes, wie sie auch bei günstigeren Mountainbikes eingesetzt werden. Bei den schnelleren Modellen empfiehlt sich aus Gründen der Sicherheit ein besser greifendes Bremssystem.
Rekuperation: Ein Verkaufsargument
Das E-Bike kann auch ein Kraftwerk sein – wenn der Radnabenmotor die Bremsenergie in Strom umwandelt und damit den Akku lädt. Die Technik nennt sich Rekuperation und wird von Herstellern und Händlern gern als Verkaufsargument genannt. Wie ein Test des Magazins «Velojournal» zeigt, lässt sich aber praktisch nur bei langen Abfahrten Energie gewinnen – und das leider auf Kosten des Tempos, was den Spassfaktor verringert.
7. Testberichte: Zuerst lesen – dann kaufen
www.newride.ch: Der unabhängige Infoservice zu Elektrovelos und -scootern bietet Testberichte, Antworten auf häufig gestellte Fragen und Adressen von Händlern. Unter der Rubrik «Events» sind E-Bike-Testtage nach Ort und Datum aufgelistet.
www.extraenergy.org: Unabhängiger deutscher Informationsservice rund um E-Bikes. Insbesondere das PDF-Dokument «Testberichte 2009/2010» ist sehr aufschlussreich.
www.velojournal.ch: Unter der Rubrik «Spezials» findet sich ein Dossier mit Hintergrund- und Testberichten; Pass wort kann per Mail angefordert werden.
8. Gesetze: Nicht jeder darf, wie er will
Wer mit dem Bike zur Arbeit fährt, die Kinder zur Krippe transportiert oder regelmässig Steigungen überwinden muss, liebäugelt mit einem Elektrobike, das einem das Fahren erheblich erleichtert.
Mittlerweile ist die Palette an Produkten riesig – vom urbanen Designerteil bis zum Tourenvelo ist alles zu haben. Alle E-Bikes haben ein konventionelles Fahrrad als Grundelement – verbunden mit einer elektrischen Tretunterstützung: Sobald in die Pedale getreten wird, unterstützt ein spezieller Elektromotor die Tretbewegung. Das ermöglicht es, mit geringem Kraftaufwand ansehnliche Geschwindigkeiten zu erreichen.
Und genau diese Geschwindigkeiten machen den Verkehrssicherheitsexperten Sorge: Geschwindigkeit und Gewicht der E-Bikes führen zu deutlich längeren Bremswegen. Wegen dieses nicht zu unterschätzenden Gefahrenpotentials darf nicht jedermann mit einem Elektrofahrrad herumfahren. Insbesondere gilt ein Mindestalter, und je nach Leistung des Velos muss der Fahrer im Besitz einer erworbenen Ausweiskategorie sein.
Ob und mit welchem E-Bike Sie herumfahren dürfen, erfahren Sie auf der Beobachter-Beratungsplattform HelpOnline.
Quellen: «Velojournal», New Ride, topten.ch, Empa
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© BeobachterNatur Ausgabe 6 vom 11. Aug 2010 - Alle Rechte vorbehalten