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AKW Beznau

Nach Notstopp aufs Geratewohl repariert

Text:
  • Thomas Angeli
Bild:
  • Schweizerische Energie-Stiftung
Ausgabe:
23/09

Auf eine automatische Schnellabschaltung eines AKWs folgen ebenso automatisch Beteue­run­gen der Betreiber und des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi), dass man alles unter Kontrolle habe.

AKW Beznau: Nach Notstopp aufs Geratewohl repariert

Nach zwei Schnellabschaltungen des Reaktorblocks 2 des AKWs Beznau innert neun Tagen kom­men daran Zwei­fel auf. Die Worte von Axpo-Sprecher Roland Keller im DRS-1-Regionaljournal zeigen, dass man bei der ersten Schnellabschaltung vom 26. Ok­tober der Ursache nicht auf den Grund ging. Wörtlich sagte Keller: «Bei der ersten Abschaltung haben wir die Elek­tro­nik ausgetauscht, weil wir den Fehler in der Elektronik ver­mutet haben. Jetzt ha­ben wir das Ganze analysiert und den Fehler gefunden. Es handelt sich um eine Ventildichtung, die wir jetzt auswechseln.»

Schauen, obs nochmals passiert

Bei der ersten Abschaltung wech­selte man also – mit dem Segen der Aufsichtsbehörde – in der hochkomplexen Anlage aufgrund einer blos­sen Vermutung einen Elektro­nik­bau­stein aus. Tage später stellte man dann nach der zweiten Schnell­abschal­tung fest, dass der Fehler ganz woanders lag.
Dass man der Sache selber nicht recht traute, zeigt auch die Aussage von Ensi-Sprecher Anton Treier. Er erklärt, das AKW Beznau habe nach der ers­ten Abschaltung «diver­se Instrumentierungen angebracht, um einen Defekt bei ei­nem allfälligen Wiederauftauchen näher eingrenzen zu können».

Beunruhigendes ergeben auch weitere Recherchen des Be­obachters (siehe insbesondere den Beitrag «Haarspalterei zum Jubliläum» unter «Artikel zum Thema»): Bei den gleichen An­lageteilen, den Speise­was­­ser­­lei­tun­gen zu den ­Dampf­erzeu­gern, trat schon im August 2007 ein Defekt auf, der einen Notstopp einleitete.

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© BeobachterNatur Ausgabe 23 vom 12. Nov 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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