aktualisiert am 28. Jan 2010 14:18Elfenbeinhandel
Elefantenschutz in kritischer Phase
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- Sandra Fenley, Wikimedia
Das Handelsverbot für Elfenbein könnte gelockert werden - falls die EU-Länder sich Anfang Februar nicht auf einen weiterhin strengen Elefantenschutz einigen können. Das wäre ein fatales Signal an Wilderer.
Das Schicksal des Elfenbeinhandels und damit der Elefanten kommt demnächst in eine entscheidende Runde: Die Europäische Union legt am 2. Februar ihre Position für das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) fest. Diese Konferenz findet im März statt.
Zentrales Thema ist dabei der Antrag Tansanias und Sambias, 110 Tonnen Elfenbein aus ihren Beständen zu verkaufen. 17 afrikanische Staaten haben bisher die EU zur Beibehaltung eines strengen Elefantenschutzes ermahnt, daneben appellieren auch zehn Tier- und Artenschutzorganisationen speziell an Österreich, von seiner liberalen Haltung abzukommen.
Seit 20 Jahren gilt zwar weltweit ein Verbot für Elfenbeinhandel, doch wurde es seither systematisch gelockert. «Es gibt in Afrika noch grosse Lagerbestände», erklärt Daniela Freyer, Biologin bei der Tierschutzorganisation Pro Wildlife e.V. Derzeit drängen Tansania und Sambia darauf, ihre Bestände abbauen zu dürfen. «Das wäre allerdings ein fatales Signal an die Wilderei, die dadurch in mehreren Staaten weiter steigen und gesellschaftsfähig würde», so die Expertin. Der afrikanische Elefant ist als gefährdet eingestuft und verschwand zum Beispiel in Sierra Leone durch Wilderei völlig.
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Grosser Einfluss der Jagdtrophäen-Lobby
Wie verbreitet die Elefanten-Wilderei bereits derzeit in den beiden Ländern ist, zeigen DNA-Analysen der University of Washington: 11,6 Tonnen des illegalen Elfenbeins, das im vergangenen Jahr in verschiedenen Ländern beschlagnahmt wurde, stammen aus Tansania. Medien berichten von 30'000 getöteten Elefanten allein in diesem Land in den vergangenen drei Jahren. «Da die Gewinne des Elfenbeinhandels und die Korruption in diesen Ländern sehr hoch sind, beteiligen sich oft sogar Wildhüter an diesen Jagden», berichtet Freyer.
Um ihren Elfenbeinverkauf zu legalisieren, benötigen Tansania und Sambia eine Herabstufung des Schutzstatus ihrer Bestände im CITES-Abkommen. Bei der Verhandlung über die entsprechenden Anträge Ende März in Doha spielt die EU eine wichtige Rolle. «Die EU tritt bei CITES als gemeinsame Stimme auf, muss ihre Position jedoch noch abstimmen», so Freyer. EU-Parlamentarier gehen davon aus, dass sich Europa im Falle der ausbleibenden einheitlichen Position der Stimme enthalten wird.
Bisher trat Europa als wichtiger Elefantenschützer auf, so trat erst 2008 ein Moratorium in Kraft, das den Elfenbeinverkauf für neun Jahre verbietet. Diese Vereinbarung steht jedoch auf dem Spiel, so die Tierschützerin. «Während Deutschland, Polen, Ungarn und Rumänien signalisiert haben, hinter dem Handelsverbot zu stehen, wackelt die Position von England und Österreich. Österreich wird zwar den Abverkauf ablehnen, beurteilt die Herunterstufung jedoch grundsätzlich positiv.» Begründet sei diese Haltung durch den hohen Einfluss der Jagdtrophäen-Lobby im zuständigen Ministerium, erklärt Freyer. (pte)
© BeobachterNatur Online 28. Jan 2010 - Alle Rechte vorbehalten






