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AKW Beznau

Strahlung ausgetreten

Text:
  • Otto Hostettler
Bild:
  • Schweizerische Energie-Stiftung SES
Ausgabe:
15/09

Innerhalb weniger Monate ereignete sich im AKW Beznau zweimal die fast gleiche Panne.

«Fehlfunktion der Messeinrichtung»: AKW Beznau

Tritt in einem Schweizer AKW Radioaktivität aus, erfährt die Bevölkerung nicht unbedingt davon. So hielten es die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) vor bald drei Monaten nicht für nötig, die Öffentlichkeit über eine Panne im AKW Beznau zu informieren. Das Ereignis, bei dem Radioaktivität über den Abluftkamin austrat, ereignete sich am 1. Mai. Publik wurde es nur, weil es die Aufsichtsbehörde Ensi inzwischen auf ihrer Internetseite als «Vorkommnis» aufgeführt hat.

Allerdings muss man schon wissen, was die Behörde einem sagen will: «Auslösung Containment-Teilisolation durch erhöhte Kaminabluftaktivität». Hinter dieser für Laien unverständlichen Beschreibung verbirgt sich ein Szenario für gravierende Notfälle: Teile des Reaktors (Containment) werden dann dicht gemacht (isoliert), wenn Radioaktivität im Innern des Werks zurückbehalten werden und nicht in die Aussenwelt gelangen soll. Beim Vorfall in Beznau war ein undichtes Ventil eines Überwachungssystems schuld, dass Proben radioaktiver Abgase nicht mehr in das System zurückgeleitet, sondern über den Abluftkamin freigesetzt wurden. NOK-Sprecher Roland Keller: «Diese Freisetzung lag knapp über der Nachweisgrenze, aber weit unterhalb der zulässigen Abgabelimite.»

«Ein Systemfehler»

Bereits am 9. Januar war es zu einer ähnlichen Panne gekommen. Auch darüber wurde die Öffentlichkeit nicht informiert. Im Abluftkamin hatte das gleiche Überwachungssystem erhöhte Radioaktivität gemessen; darauf wurde eine «Containment-Teilisolation» ausgelöst. Die Verantwortlichen beteuern, dass die beiden Pannen «eine völlig unterschiedliche Ursache» hätten und im Januar keine Radioaktivität ausgetreten sei. Dass im Abluftkamin «ein höherer Wert» registriert wurde, sei auf «eine Fehlfunktion der Messeinrichtung» zurückzuführen, beteuert NOK-Sprecher Keller. «Es konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass es sich bei diesem Ereignis um einen Systemfehler und nicht um eine tatsächliche Abgabe» von Radioaktivität gehandelt habe. Aus diesem Grund, so der NOK-Sprecher, habe man auf eine Information der Öffentlichkeit verzichtet.

Ein Systemfehler bei der Messung von Radioaktivität? Nicht gerade ein vertrauenserweckendes Signal.

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© BeobachterNatur Ausgabe 15 vom 22. Jul 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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