• Öko-Fussabdruck

    Die Menschheit verbraucht zurzeit 1,5 Planeten. Wie viele Planeten brauchen Sie?

  • BeobachterNatur abonnieren

     
    Lassen Sie sich von spannenden Reportagen und attraktiven Bildstrecken faszinieren.

    Jetzt profitieren

  • Energie

    Informationen und Tipps rund um Verbrauch und Sparen, Versorgung und Alternativen

    Dossier

  • Forum
    Natur & Umwelt

    Ob biologischer Gartenbau, Energie sparen, Umweltpolitik, Ökologie oder Tier- und Pflanzenwelt: Diskutieren Sie mit!

    zum Forum

  • Anzeige:

Artenvielfalt

Jede zweite Art gefährdet

Text:
  • Stefan Bachmann

Eine Analyse zeigt, wie es um die Biodiversität in der Schweiz steht. Viele Arten können nur noch mit riesigem Einsatz vor dem Aussterben bewahrt werden.

kauz

Dank Förderprogrammen konnte der Steinkauz in der Schweiz vor dem Aussterben bewahrt werden. (Bild: Mathias Schäf)

steinkauz2

Heute brüten wieder etwa 80 Steinkauz-Paare in der Schweiz. (Bild: Trebol-a)

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz legt in einer neuen Analyse dar, wie schlecht es um die biologische Vielfalt in der Schweiz steht: Nur noch fünf Prozent der natürlichen grösseren Flüsse seien bis heute erhalten geblieben, schreibt der Umweltverband in einer Medienmitteilung. Bei den Mooren seien es noch zwölf Prozent, bei den Trockenwiesen und -weiden gar bloss vier Prozent. Und von den Hochstamm-Obstbäumen seien in den letzten Jahrzehnten rund 80 Prozent verschwunden. «Nur der Wald ist dank dem strikten Flächenschutz nicht zurückgegangen», so der SVS. Ausgewertet wurden hauptsächlich Forschungsergebnisse des Forums Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften.

Die Naturschützer schauten sich auch die Artenvielfalt genauer an: Bei den Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien, Reptilien und Flechten seien heute je über 50 Prozent der Arten gefährdet. «Die Biodiversität ist die wichtigste natürliche Ressource unseres Landes», schreibt der SVS. «Es braucht dringend ausreichende Massnahmen zu ihrem Schutz und ihrer Förderung.» Dass es möglich ist, zeige das Beispiel des Steinkauzes.

Anzeige:

Steinkauz gerettet

Der Steinkauz brütete bis in die 1950er Jahre in der Schweiz in mehreren tausend Paaren. Dann begann die Intensivierung der Landwirtschaft: Millionen von Hochstamm-Obstbäumen wurden gerodet, Blumenwiesen verarmten zu einförmigen Fettwiesen. Nur noch etwa 50 Steinkauz-Paare blieben übrig, weniger als zwei Prozent des ursprünglichen Bestandes.

Kurz vor dem Aussterben des Steinkauzes konnte der SVS/BirdLife Schweiz zusammen mit verschiedenen Partnern ein Artenförderungsprogramm für die kleine Eule starten. Die Naturschützer pflanzten an strategischen Orten in den Kantonen Baselland, Jura und Aargau neue Hochstamm-Obstgärten und legten Kleinstrukturen und Magerwiesen an. Besondere Nisthilfen erhöhten den Bruterfolg. Dank diesem Programm liess sich das Aussterben des Steinkauzes verhindern, und heute brüten wieder etwa 80 Paare in der Schweiz. «Das zeigt, dass es sich auch in fast aussichtlosen Situationen lohnt, für die Biodiversität zu handeln», schreibt der Schweizer Vogelschutz. Allerdings sei ein rechtzeitiger Schutz der Biodiversität sicher einiges kostengünstiger.

Eine nationale Strategie, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen, ist derzeit in Vernehmlassung (siehe dazu auch: «Ein Plan für mehr Vielfalt»).

© BeobachterNatur Online 28. Okt 2011 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh