Editorial

Menschen Hoffnung schenken

Text:
  • Ivo Bachmann
Ausgabe:
23/00

Bilder, die man nicht vergisst: weggerissene Häuser, überflutete Strassen. Und überall bestürzte Gesichter, geschockte Menschen. Erst nach und nach wird das ganze Ausmass der Zerstörung sichtbar: Das verheerende Unwetter von Mitte Oktober hat weite Teile Europas in ein Katastrophengebiet verwandelt.

 

 

 

Nur eine schreckliche Laune der Natur? Auf jeden Fall ein grausames Schicksal für die betroffene Bevölkerung. Darin, immerhin, sind sich Geologen, Klimatologen und alle möglichen Ideologen einig.

 

 

 

 

In den Kantonen Wallis und Tessin sind immense Schäden entstanden und gar Menschenleben zu beklagen. Da ist Solidarität gefragt – und sie ist landesweit in beeindruckender Weise auch spürbar. Zum Glück. Insgesamt wird die Schadensumme auf mehrere hundert Millionen Franken geschätzt. Nur knapp ein Drittel ist durch Versicherungen gedeckt.

 

 

 

 

Ein Versäumnis der Politik: Ausgerechnet die Unwetterkantone Wallis und Tessin kennen keine obligatorische Gebäudeversicherung. Die hätte einen beachtlich grösseren Teil der Schäden gedeckt. Das muss man den Politikern, darf man jedoch nicht den betroffenen Menschen zum Vorwurf machen.

 

 

 

 

Für SOS Beobachter, unsere eigene Hilfsstiftung, ist deshalb klar: Auch wir werden nach Kräften dazu beitragen, die Not von Unwettergeschädigten zu lindern – mit gezielter, unbürokratischer Individualhilfe an jene Menschen, die nun um ihre Existenz kämpfen. Und dies nicht nur im Wallis, nicht nur im Tessin. SOS Beobachter schenkt auch überall dort Hoffnung, wo keine Fernsehkameras surren, wo jedoch Menschen aus sozialen, gesundheitlichen oder rechtlichen Gründen vor ebenso riesigen Problemen stehen.

 

 

 

 

Das kann SOS Beobachter dank Ihrer Unterstützung. Weit über drei Millionen Franken schenken unsere Leserinnen und Leser Jahr für Jahr an unterstützungsbedürftige Menschen in unserem Land. Und ich bin überzeugt, dass diese Solidarität nicht schwindet – im Gegenteil.

 

 

 

 

Wir starten deshalb in dieser Nummer unsere Weihnachtsaktion 2000. Ich kann Ihnen versichern: Jeder gespendete Franken kommt Not leidenden Menschen in der Schweiz zugute. Denn SOS Beobachter muss vom Spendengeld keine Verwaltungskosten abziehen. Das ist möglich, weil der Beobachter selber die Stiftung mit Leistungen im Wert von jährlich 250'000 Franken unterstützt.

 

 

 

 

Apropos: Wussten Sie, dass der grosse Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt vom Beobachter tatkräftig gefördert wurde? Die Kriminalromane «Der Richter und sein Henker» und «Der Verdacht» schrieb Dürrenmatt als Fortsetzungsgeschichten für den Beobachter. Unser Verlag und 170 Leserinnen und Leser unterstützten den talentierten Jungschriftsteller darüber hinaus mit monatlichen Beiträgen. Eine nachhaltige Hilfe, wie man heute weiss: Längst zählt «unser» Dürrenmatt zu den Grossen der Weltliteratur. Auch darauf sind wir stolz.

 

 

© Beobachter Ausgabe 23 vom 10. Nov 2000 - Alle Rechte vorbehalten

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