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Maria Gianni
«Diese Schule war mein Glück»
Mit Hilfe von SOS Beobachter konnte die 20-Jährige eine Berufswahlschule besuchen.
«Ich plaudere viel, liebe den Kontakt zu den Mitmenschen, aber ich habe nicht gern zwei Gesichter», sagt die 20-jährige Maria Gianni. «Ehrlichkeit ist das Allerwichtigste für mich.» Sie absolviert das dritte Lehrjahr als Hochbauzeichnerin.
Ursprünglich wollte Maria Gianni Coiffeuse werden. «Das Formen von Dingen gefiel mir schon immer. Und die Vorstellung, dass andere mit ‹meiner› Frisur herumlaufen, fand ich toll.» Während ihrer Schnupperlehre litt sie allerdings unter starken Rückenschmerzen: Ihr erster Berufswunsch fand ein jähes Ende.
«Ich muss etwas tun, worauf ich stolz sein kann», sagt Maria Gianni. «Die Freude an der Arbeit möchte ich nicht für mich behalten.» Doch leider schlug auch der zweite Anlauf fehl: Sie bestand die Aufnahmeprüfung für die Kunstgewerbeschule nicht. «Ich war in Panik und wusste nicht weiter.»
Dass sie die Berufswahlschule besuchen konnte, sei ihr Glück gewesen, sagt Maria Gianni heute. Vor allem die grafischen Fächer hätten ihr Freude bereitet, «die Schrägheiten, das Schrille, das Schiefe». Und da war «die ehrliche Kritik der Profis». Sie rieten Gianni vom grafischen Metier ab. «Wahrscheinlich wurde ich an dieser Schule erwachsen. Ich lernte, nicht so schnell beleidigt zu sein.»
Nach der Berufswahlschule begann Maria Gianni eine Lehre als Hochbauzeichnerin. Seither ist sie «total happy»: «Ich begleite den Häuserbau vom Aushub bis zur Schlüsselübergabe.» Man solle tun dürfen, was einem entspreche, sagt sie.
Maria Giannis Mutter wurde 1997 arbeitsunfähig; das Budget der Kleinfamilie sank massiv. Die Kosten der Berufswahlschule trug SOS Beobachter teilweise mit.
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© Beobachter Ausgabe 24 vom 27. Nov 2003 - Alle Rechte vorbehalten

