Sabrina Staub

«Vor Freude küsste ich den Brief»

Ausgabe:
24/05

Dank SOS Beobachter kann die 14-Jährige die Korrektur ihrer Zähne weiterführen lassen.

Sabrina lacht wieder, mädchenhaft, ein bisschen schüchtern. Die Schlösser der Zahnspange blitzen silbern. Fast hätte sie das Lachen verloren: «Dracula» nannten sie die Mitschüler. Oft hielt Sabrina beim Lachen die Hand vor den Mund, um die Fehlstellungen zu verbergen. Die Eckzähne wuchsen aus der oberen Reihe heraus, der Raum war zu klein, eine Behandlung unumgänglich – und teuer.

«Ich konnte den Zahnarzt irgendwann nicht mehr bezahlen», sagt Sabrinas Mutter. Obwohl Monika Staub als Putzfrau tätig ist und Zeitungen austrägt, reichte das Geld nicht. Niemandem wagte die Alleinerziehende das zu erzählen – auch nicht ihrer Tochter, mit der sie sonst so vieles teilt. Sabrina durfte nicht mehr zum Zahnarzt. «Obwohl ich ihm unsere Situation geschildert habe, weigerte er sich, die Behandlung fortzusetzen», ärgert sich Monika Staub. Ihre Tochter verstand nicht, warum. «Mami, wann darf ich denn wieder zum Zahnarzt?», fragte das Mädchen immer wieder. Die Schmerzen wurden grösser. Die ganze obere Zahnreihe verschob sich nach rechts. Neun Monate ging das so. «Ich konnte das nicht mehr länger ertragen», sagt Monika Staub. Voller Scham ging sie zum Sozialamt – dieses wandte sich an die Stiftung SOS Beobachter. Dann der Entscheid: Ein Teil der Kosten wird übernommen. «Ich war so glücklich», sagt Sabrina, «dass ich vor Freude den Brief küsste und laut ‹Danke› rief.»

Inzwischen hatte ihr die Mutter von den Geldnöten erzählt. «Ich habe gegenüber Mami schon ein schlechtes Gewissen, dass die Behandlung noch zwei Jahre dauert und so viel kostet», sagt Sabrina. «Aber es ist mir wichtig, dass ich schöne Zähne habe.» Schliesslich wolle sie Hotelfachassistentin werden, «und da möchte ich die Gäste mit einem Lächeln bezaubern».Sabrina lacht wieder, mädchenhaft, ein bisschen schüchtern. Die Schlösser der Zahnspange blitzen silbern. Fast hätte sie das Lachen verloren: «Dracula» nannten sie die Mitschüler. Oft hielt Sabrina beim Lachen die Hand vor den Mund, um die Fehlstellungen zu verbergen. Die Eckzähne wuchsen aus der oberen Reihe heraus, der Raum war zu klein, eine Behandlung unumgänglich – und teuer.

«Ich konnte den Zahnarzt irgendwann nicht mehr bezahlen», sagt Sabrinas Mutter. Obwohl Monika Staub als Putzfrau tätig ist und Zeitungen austrägt, reichte das Geld nicht. Niemandem wagte die Alleinerziehende das zu erzählen – auch nicht ihrer Tochter, mit der sie sonst so vieles teilt. Sabrina durfte nicht mehr zum Zahnarzt. «Obwohl ich ihm unsere Situation geschildert habe, weigerte er sich, die Behandlung fortzusetzen», ärgert sich Monika Staub. Ihre Tochter verstand nicht, warum. «Mami, wann darf ich denn wieder zum Zahnarzt?», fragte das Mädchen immer wieder. Die Schmerzen wurden grösser. Die ganze obere Zahnreihe verschob sich nach rechts. Neun Monate ging das so. «Ich konnte das nicht mehr länger ertragen», sagt Monika Staub. Voller Scham ging sie zum Sozialamt – dieses wandte sich an die Stiftung SOS Beobachter. Dann der Entscheid: Ein Teil der Kosten wird übernommen. «Ich war so glücklich», sagt Sabrina, «dass ich vor Freude den Brief küsste und laut ‹Danke› rief.»

Inzwischen hatte ihr die Mutter von den Geldnöten erzählt. «Ich habe gegenüber Mami schon ein schlechtes Gewissen, dass die Behandlung noch zwei Jahre dauert und so viel kostet», sagt Sabrina. «Aber es ist mir wichtig, dass ich schöne Zähne habe.» Schliesslich wolle sie Hotelfachassistentin werden, «und da möchte ich die Gäste mit einem Lächeln bezaubern».

 

© Beobachter Ausgabe 24 vom 24. Nov 2005 - Alle Rechte vorbehalten

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