Stichworte
SOS Beobachter
Fantasievoller Einsatz von Gross und Klein
Die Weihnachtssammlung von SOS Beobachter schliesst mit einem schönen Erfolg ab: Gut zwei Millionen Franken sind auf dem Konto der Stiftung eingegangen. Den Spenderinnen und Spendern gebührt ein herzliches Dankeschön.
Das Sammelergebnis der Weihnachtsaktion 2001 darf sich sehen lassen. 2,02 Millionen Franken sind bis zum Redaktionsschluss dieser Beobachter-Ausgabe auf dem Konto von SOS Beobachter eingegangen. Da der Beobachter die ganzen Verwaltungskosten seiner Stiftung trägt, wird jeder gespendete Franken vollumfänglich Not leidenden Menschen in der Schweiz zugute kommen.
Zahlreiche der 16'228 Spenderinnen und Spender begnügten sich nicht damit, das Geld einfach zu überweisen. Sie liessen mit Bemerkungen auf dem Einzahlungsschein oder in Briefen wissen, unter welchen Umständen der gespendete Betrag zusammenkam.
Die Klasse 1d der Sekundarschule im basellandschaftlichen Arlesheim etwa verkaufte an einem kalten Dezembersamstag Guetsli, gebrannte Mandeln, Engel und geknüpfte Armbändchen. «Am Anfang wussten wir nicht recht, wie wir die Leute ansprechen sollten, aber mit der Zeit gelang es uns immer besser», beschreibt Felicitas ihre Erfahrungen im Strassenverkauf zugunsten von SOS Beobachter. Und Helena und Katrin fanden heraus: «Wenn wir von Tür zu Tür gingen, verkauften wir besser.» Nicht alle Passantinnen und Passanten waren den Jugendlichen wohl gesinnt: «Ein Mann wollte uns nicht glauben, dass wir für arme Leute in der Schweiz sammeln», schreibt Constantin. Und Simon fügt an: «Manche hörten uns nicht zu, sondern sagten einfach: ‹Nein, danke.›» Solche Erfahrungen waren jedoch nicht die Regel. Sarah fasst zusammen, was aus allen Aufsätzen der Schülerinnen und Schüler spricht: «Es hat mir Spass gemacht, für euch zu sammeln.»
Manchmal sind es auch ganze Schulhäuser, die sich für die gute Sache ins Zeug legten. Stellvertretend seien hier die Weihnachtsmärkte der Primarschulen Hagendorn ZG und Magden AG erwähnt. Der Erlös ihres Einsatzes ist voll und ganz SOS Beobachter zugute gekommen. Gross war auch das Engagement in Kindergärten. «Während zweier Wochen waren die Kinder damit beschäftigt, Kleinigkeiten aus Ton, Holz, Wachs, Papier und Karton zu basteln», schreibt etwa eine Kindergärtnerin aus Cham ZG. «Am 15. Dezember durften Angehörige unseren Kindergarten besuchen und auf unserem Märit einkaufen.»
Mannigfaltige Ideen, ein Ziel
Eine besondere Anerkennung verdienen all jene Kinder, die ihre eigene Aktion zugunsten von SOS Beobachter durchführten. So haben etwa Florian, Dominik und Daniel aus dem bernischen Bönigen heissen Punsch an Spaziergängerinnen und Spaziergänger verkauft. Mit Begeisterung sind auch Melanie, Nicolas, Jenny, Sarah und Tania im aargauischen Schwaderloch für SOS Beobachter ans Werk gegangen: Sie zogen einen voll gepackten Leiterwagen durchs Dorf. Jede Spenderin, jeder Spender durfte ein Geschenk vom Wagen nehmen: Die kleinen Holzbürdeli symbolisierten Wärme in kalten Wintertagen, die Kerzen Licht und Geborgenheit, die Guetsli gemütliche Weihnachtsstunden.
Auch die Schülerschaft der Musikschule Lachen/Altendorf SZ legte sich für SOS Beobachter ins Zeug. Der gelungene Brunch mit Saxofonkonzert bot Eltern, Geschwistern, Freunden und Bekannten einen Gaumen- und Ohrenschmaus.
Ein musikalisches Feuerwerk wussten die Rejoice-Singers in der Kirche von Gränichen AG zu zünden. Mit ihren geschickt arrangierten Gospels und Spirituals begeisterten die 23 Sängerinnen und Sänger Jung und Alt. Einen namhaften Teil der Einnahmen spendete der Laienchor der Beobachter-Stiftung. Grosszügig zeigten sich auch die Steppin Stompers aus Liestal BL. Die Amateur-Jazzmusiker bedachten anlässlich ihres 35-Jahr-Jubiläums die Beobachter-Stiftung mit einer Spende.
Viele haben auch dieses Jahr in ihrem Bekanntenkreis um Solidarität mit Benachteiligten geworben. Hans Waibel aus Sissach BL etwa gehört zu den zahlreichen Jubilaren, die am Fest zum runden Geburtstag auf Geschenke verzichtet und stattdessen ein Kässeli mit der Aufschrift «SOS Beobachter» aufgestellt haben.
Und manchmal spricht ganz einfach pure Menschenliebe aus den Worten, die eine Spende begleiten: «Ich habe viel Achtung vor den Menschen, die sich nicht schämen, über ihre Armut zu berichten und darüber, dass sie sich von SOS Beobachter helfen liessen.»
© Beobachter Ausgabe 7 vom 05. Apr 2002 - Alle Rechte vorbehalten

