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In einem Husarenstreich übernahmen Aktivisten um Ursula Sladek 1997 das Stromnetz der süddeutschen Stadt Schönau. Seither verkauft das Werk nur noch Ökostrom. Für die Stromrebellin ist der Kampf jedoch nicht beendet.
Auf eine automatische Schnellabschaltung eines AKWs folgen ebenso automatisch Beteuerungen der Betreiber und des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi), dass man alles unter Kontrolle habe.
Beim AKW Beznau 2 ist innerhalb von neun Tagen gleich zweimal ein Ventil eines Dampferzeugers ausgefallen. Was AKW-Betreiber und die Aufsichtsbehörde ENSI verschweigen: Schon 2007 musste Beznau 2 wegen Problemen mit einem Dampferzeugerventil notfallmässig abgeschaltet werden.
Erstmals zeigt sich ein Riss in einem Teil der Anlage, der unter Druck steht. Doch die Betreiber finden: «unbedenklich».
Innerhalb weniger Monate ereignete sich im AKW Beznau zweimal die fast gleiche Panne.
Nichts kann garantieren, dass aus einem Atommüll-Tiefenlager keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt, sagt der Wiener Risikoforscher Wolfgang Kromp. Er fordert kleinere, dezentrale Lager.
An der Gedenkdemo zum 23. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl hätten ihm viele Leute gratuliert, sagt AKW-Gegner Jürg Joss: «Alle meinten, wir könnten nun endlich den Sicherheitsbericht zu Mühleberg anschauen.»
Nur höhere Energiepreise und der Verzicht auf «Dinosaurier-Technologien» werden Wirtschaft und Umwelt auf Dauer in Schwung bringen, erklärt Naturwissenschaftler und Autor Ernst Ulrich von Weizsäcker. In diesem Sinne habe auch die Finanzkrise ihr Gutes.
Bald gehen im Land die ersten Lichter aus, warnt die Stromlobby. Und nur neue AKWs könnten das verhindern. Der Moment für die nukleare Offensive ist nicht schlecht gewählt – es wird mehr Strom verbraucht denn je.
Der Standort des Tiefenlagers für radioaktiven Abfall ist noch nicht bestimmt. Doch es gibt bereits einen klaren Plan, wie ein Endlager gebaut und betrieben wird. Ein Augenschein in der Zukunft.
Die Risse im Kernmantel des bald 40-jährigen AKW Mühleberg werden immer grösser. Trotzdem will man eine unbefristete Betriebsbewilligung – und hält die Sicherheitsberichte unter dem Deckel. Ein solcher Bericht enthält brisante Informationen. Genau darum publiziert ihn nun der Beobachter.
Die Tschernobyl-Katastrophe liegt nun 20 Jahre zurück. Noch immer sind gewisse Nahrungsmittel mit radioaktivem Material verseucht.
Wirtschaftlicher Fortschritt und Bevölkerungswachstum sind die treibenden Kräfte bei der Umgestaltung des Lebensraums Schweiz. In 25 bis 30 Jahren wird die Einwohnerzahl um rund 700'000 auf 8,3 Millionen wachsen – mit ihr der Anspruch auf Siedlungsraum, Verkehrsinfrastruktur, Freizeitanlagen und Energie.
Ab dem 1. Januar gilt beim Strom der freie Markt. Resultat: Er wird für alle teurer. Dafür sorgen die Konzerne mit allen Mitteln. Denn eigentlich würden sie den Strom lieber ins Ausland verkaufen.
Ein sparsamerer Umgang mit Strom und erneuerbare Energien: Ideen und Projekte dafür sind in der Schweiz zuhauf vorhanden. Doch bei der Umsetzung hapert es – Stromproduzenten, Verbraucher und Politik sind gefordert.
Einzelne Wasserkraftwerke brauchen mehr Strom, als sie produzieren – verdienen aber Geld damit. Und neue Projekte für diese erneuerbare Energie bedrohen die letzten unverbauten Flüsse.
Ein neues AKW in der Schweiz wird fünf bis sieben Milliarden Franken kosten. Für die Axpo sei dies kein Problem, sagt deren Chef Heinz Karrer - und prophezeit einen deutlich höheren Strompreis.
Angeblich billiger Atomstrom ist vor allem ein Produkt geschickter Buchhaltung: Tatsächlich könnten die drei in der Schweiz geplanten neuen AKWs deutlich mehr als 20 Milliarden Franken kosten.
Für den ehemaligen deutschen Umweltminister Jürgen Trittin ist klar: Neue Atomkraftwerke werden in Europa so schnell nicht gebaut. Mit den alten lässt sich nämlich mehr Profit machen.
Die landauf, landab geplanten Windenergieanlagen sorgen für Zoff unter den Umweltorganisationen. Denn sie laufen dem Wunsch nach intakten Landschaften zuwider.
Nach starker Opposition beerdigten bürgerliche Parlamentarier vor 20 Jahren das AKW Kaiseraugst. Man dachte, auf Schweizer Boden würde nie mehr ein AKW gebaut. Jetzt siehts wieder anders aus.
Am 26. April 1986 um 1.23 Uhr ereignete sich in Tschernobyl der grösste anzunehmende Unfall. Die Reaktorkatastrophe veränderte das Leben von Millionen von Menschen - auch in der Schweiz. Vier von ihnen blicken 20 Jahre zurück.