Auch das noch: Aus der Manege verschwunden
Louis Knie schuldet der Theatergruppe Mummenschanz Geld. Jetzt wird der Zirkusdirektor amtlich zur Zahlung gemahnt.

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Wieder einmal rückt Louis Knie, der abtrünnige Spross der Schweizer Zirkusdynastie, ins Rampenlicht. Der Zirkusdirektor wird im «Amtsblatt des Kantons St. Gallen» als «Schuldner, zurzeit unbekannten Aufenthaltes» gesucht. Exakt Fr. 3371.80 soll er den Gläubigern Floriana Frassetto und Bernie Schürch besser bekannt als Theatergruppe Mummenschanz bezahlen.
Der Grund für die öffentliche Zahlungsaufforderung liegt schon über fünf Jahre zurück. Mummenschanz verklagte Louis Knie damals wegen Verletzung des Urheberrechts. Der ehemalige Direktor des «Österreichischen Nationalzirkus Louis Knie» hatte die beiden Mummenschanz-Originalnummern «Slinkyman» und «Octopus» kopiert noch dazu «vulgär und geschmacklos», wie sich Floriana Frassetto in der Presse beklagte. Das Gericht gab den Klägern Recht und verbot weitere Aufführungen. Ohne Erfolg. Louis Knie behielt die Nummern in seinem Programm und führte sie bei einem Schweizer Gastspiel im sanktgallischen Altstätten auf ausgerechnet im Heimatkanton der Mummenschanz-Truppe.
Zusätzlich zur Entschädigung an Mummenschanz betrug die Busse, die das St. Galler Bezirksgericht Louis Knie aufbrummte, 3000 Franken. Diesen Betrag zahlte Knie aber Floriana Frassetto und Bernie Schürch sitzen nach wie vor auf dem Trockenen. «Wir kontaktierten die österreichischen Behörden, doch sie konnten Louis Knie nicht finden», sagt Wolfgang Hohl vom St. Galler Betreibungsamt. Deshalb habe man die Schuldbetreibung öffentlich ausgeschrieben. «Nun hoffen wir, dass Louis Knie das Amtsblatt liest und sich meldet.» Ein frommer Wunsch: Die Auflage des Blättchens beträgt 6000 Exemplare und dürfte ausserhalb St. Gallens kaum gelesen werden.
Leichter gehts ohnehin per Internet. Hier findet man den Gesuchten ohne grossen Aufwand über eine in Schweden domizilierte Künstleragentur, die mit dem Zirkusdirektor und seinem mittlerweile neu gegründeten «Louis Knie Circus» arbeitet. Die Dame am Telefon erklärt sich anstandslos bereit, die Telefonnummer an «den Herrn Knie» weiterzuleiten. «Ob er sich dann meldet, entscheidet er», sagt sie allerdings. Auf einer weiteren Homepage sind ausserdem Knies Tourneedaten aufgeführt.
Ob sich Louis Knie melden wird, ist offen obwohl auch er noch Geld zugut hätte: Das Depositum, das er beim damaligen Prozess hinterlegen musste, forderte er nämlich ebenso wenig zurück wie die 4000 Franken, die ihm für seine Verteidigung zugesprochen wurden. Unter dem Strich würde ihm, trotz den geschuldeten Fr. 3371.80, wohl noch Geld übrig bleiben.
© Beobachter Ausgabe 10 vom 16. Mai 2003 - Alle Rechte vorbehalten








