Handyversicherung Wieder auf Empfang

Trotz Versicherung erhielt Timon Künzle keinen Ersatz für sein verlorenes Handy - bis sich der Beobachter einschaltete.

Doch noch ein neues Handy: Timon Künzle

«Um alle Trümpfe in der Hand zu haben, haben Sie sich dazu entschieden, Ihr neues Handy zu versichern, wozu wir Sie beglückwünschen», schreibt The Phone House dem Schüler Timon Künzle aus Engelburg SG. Und im nächsten Satz steht schwarz auf weiss: «Ihr neues Telefon ist jetzt gegen Unfallschäden, Wasserschäden, Diebstahl, Verlust, Diebstahl aus einem Auto und gegen unbefugte Anrufe bis zu 3'000 Franken versichert.» 80 Franken pro Jahr lässt sich der 14-Jährige diese Versicherung kosten.

Vier Wochen nach Vertragsabschluss fährt Timon mit seiner Familie in die Ferien - und verliert prompt sein Handy. Der Schüler meldet den Schaden der Versicherung. Doch die winkt ab mit Verweis auf die allgemeinen Bestimmungen zum Versicherungsvertrag. Dort steht, der Schaden hätte innerhalb von 48 Stunden der Polizei gemeldet werden müssen. «Wie hätte ich das wissen sollen?», fragt Timon. Tatsächlich wurden ihm diese Bestimmungen nicht wie vorgeschrieben mit dem Vertrag, sondern erst Wochen später per Post zugestellt - und zwar genau dann, als er das süsse Strandleben genoss. Auf seine schriftliche Reklamation erhält Timon Künzle von The Phone House nicht mal eine Antwort. Erst als der Beobachter interveniert, kommt Bewegung in die Sache. «Wir haben festgestellt, dass die Bedingungen tatsächlich nicht im Shop überreicht wurden», schreibt The Phone House. «Somit hatte Herr Künzle erst nach seiner Rückkehr aus den Ferien die Gelegenheit, diese genau zu lesen.» Na also. Timon Künzle bekommt sein Handy ersetzt.

Bild:
  • Renate Wernli
22. November 2006, Beobachter 24/2006