Internet: So findet, wer suchet

Text:
  • Markus Koch
Ausgabe:
18/03

Suchmaschinen sind eine grosse Hilfe im Datendschungel des World Wide Web – vorausgesetzt, man weiss sie richtig einzusetzen.

Das Internet ist das grösste Archiv der Welt. Zwischen

sechs und acht Milliarden Dokumente liegen in den digitalen

Speichern, und täglich kommen sieben bis acht Millionen

neue Seiten dazu. Ein Eldorado für Rechercheure –

könnte man meinen. Doch die riesige Datenmenge macht

Surfern die Suche nach bestimmten Informationen zuweilen ziemlich

schwer: Man findet zwar allerhand Spannendes, doch selten,

was man sucht.

Ein Patentrezept für die erfolgreiche Suche gibt es

nicht, dafür aber eine Reihe digitaler Helfer. Bei Tutorials

wie zum Beispiel www.suchfibel.de, www.suchmaschinen-verstehen.de

oder www.suchmaschinentricks.de können sich Online-Rechercheure

das nötige Know-how holen. Aber auch Leute, die sich

nicht so sehr in die Materie vertiefen wollen, können

ihre Trefferquote verbessern – wenn sie fünf Suchregeln

beherzigen:

  1. Google ist die Beste. www.google.ch ist mit über drei Milliarden Seitenverweisen die grösste und schnellste Suchmaschine. Rund drei Viertel aller Recherchen weltweit werden mit Google getätigt. Aller Effizienz zum Trotz: Erfasst wird kaum die Hälfte aller Infos im Web, und die Daten werden nach Popularität sortiert (je mehr Links auf eine Seite verweisen, desto besser ist die Platzierung) – was nicht unbedingt gleichbedeutend mit Qualität ist.

  2. Nach Alternativen suchen. Konsultieren Sie verschiedene Suchmaschinen. Der Webkatalog de.yahoo.com führt in der Kategorie «Suchmaschinen» 174 Einträge, und die Suchmaschinen-Suchmaschinen www.klug-suchen.de und www.suchmaschinen.de kennen über 1000 Suchhilfen – auch kleinere, die sich nur auf ein bestimmtes Thema oder eine Region konzentrieren. Diese Dienste sind zwar nicht so umfassend wie Google, aber je nach Fragestellung die bessere Wahl: weil ihre spezialisierte Datenbasis kleiner und präziser ist und sie deshalb weniger Fehltreffer produzieren als die Grossen und weil sie oft noch unerforschte Bereiche des Netzes berücksichtigen. Zur vertieften Suche empfehlen sich auch die Google-Konkurrenten www.alltheweb.com oder www.altavista.ch.

  3. Lernen Sie die Suchmaschinen kennen. Jede Suchhilfe tickt anders. Um ihre Antworten richtig zu interpretieren, muss man ihre Funktionsweise verstehen. Bei Google zum Beispiel empfiehlt es sich wegen der Prioritätensortierung, auch die weiter hinten rangierenden Treffer zu kontrollieren. Sie sind mit weniger Sites verlinkt – mitunter aber nur, weil sie zu ausführlich sind. Infos zum Verhalten von Suchhilfen vermitteln die Hilfeseiten der Suchmaschinen.

  4. Sprechen Sie die richtige Sprache. Suchanfragen mit einem einzigen Stichwort – fachspezifische und seltene Begriffe ausgenommen – liefern oft zu umfangreiche und zu wenig präzise Trefferlisten. Suchhilfen präzisieren die Recherche. Am bekanntesten sind die UND-Verknüpfung der Stichworte (mehrere Begriffe müssen im selben Dokument vorkommen) sowie Ausschlussfunktionen (Begriff darf nicht im Dokument vorkommen). Praktisch fürs Personensuchen ist die Wortfolgesuche, die Dokumente mit einem haargenauen Zitat findet. Viele Suchmaschinen benutzen das «+» als UND-Verknüpfung (+Uno +Schweiz), das «–» als Ausschlussoperator (+Uno –Schweiz) sowie Anführungs- und Schlusszeichen für die Wortfolgesuche («Kaspar Villiger»). Auf den Hilfeseiten der Suchmaschinen erfährt man, welche Operatoren es gibt und was sie bewirken.

  5. Legen Sie die Worte auf die Goldwaage. Je genauer die Suchbegriffe und Verknüpfungen sind, desto brauchbarer ist die Trefferliste. Gute Stichworte sind Fachbegriffe (Zwölftonmusik, Paronychie) und präzise Namen; geringe Erfolgschancen hat man mit allgemeinen Begriffen wie Musik oder Geschichte, sofern sie nicht clever verknüpft werden. Zu beachten sind auch unterschiedliche Schreibweisen (Delfin, Delphin) und fremdsprachliche Begriffe.

Wenn Sie trotz diesen Tipps nicht zu befriedigenden Informationen

kommen, hilft vielleicht ein alter, banaler Recherchiertrick:

Stellen Sie die Reihenfolge der Suchausdrücke um oder

lassen Sie einzelne Stichworte weg. Manchmal führt dies

zu überraschenden Resultaten.

© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten

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