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Multimedia

TV mit dem PC kurzschliessen

Text:
  • Markus Koch
  •  und Igor Kravarik
Ausgabe:
1/04

Es steht Arbeit am Computer an, doch im Fernsehen lockt ein Fussballspiel? Dank kombinierter Systeme kann man nun beides zugleich haben.

Es gibt gute Gründe, TV-Gerät und Computer durch eine einzige «Multimedia-Maschine» zu ersetzen: Man muss nur ein Gerät kaufen – und man kann während des Arbeitens oder Spielens auch Nachrichten, ein Fussballspiel oder die Lieblingssoap verfolgen.

Möglich machen dies drei Lösungen: Hybride PC/TV-Bildschirme, TV-Karten für den Einbau im PC sowie externe TV-Tunerboxen. Eine ideale Multimedia-Umgebung schafft aber keiner dieser Kompromisse: Jedes System hat Vor- und Nachteile, die abgewogen werden müssen.
Hybride PC/TV-Bildschirme sind normale LCD-Flachbild-Fernseher, die nebst den TV-typischen Anschlüssen auch eine Buchse für den Computer enthalten. Über einen Knopf kann zwischen den Bildquellen TV oder PC umgeschaltet werden. Der Vorteil hybrider Monitore besteht in der Unabhängigkeit vom Computer: Man kann auch bei ausgeschaltetem PC fernsehen. Allerdings ist nur der alternative Betrieb möglich: Entweder schaut man fern, oder man arbeitet am Computer – beides zugleich geht nicht.

Viele LCD-Fernseher bieten den PC-Anschluss standardmässig – auch Geräte im Günstigpreissegment deutlich unter 1000 Franken. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Monitor die benötigte Auflösung bietet (siehe Nebenartikel «Bildwelten: TV kontra PC»).

TV-Grafikkarten verschmelzen die PC- und TV-Welten. Die Grafikkarten werden in den Computer eingebaut und ermöglichen nicht nur die Darstellung von Fernsehbildern in einem kleinen Fenster oder als Vollbild auf dem Computermonitor, sondern auch das Aufnehmen von Sendungen. Der Computer ersetzt so den Videorecorder nicht nur – er toppt ihn sogar: Dank spezieller Programme können lästige Werbeblöcke übersprungen und aufgenommene Sendungen bearbeitet werden – und sogar das zeitversetzte Abspielen von Aufnahmen während der Aufzeichnung wird möglich.

Der Einbau einer TV-Grafikkarte erfordert jedoch technisches Geschick. Zudem stellen bewegte Fernsehbilder hohe Ansprüche an die PC-Hardware, vor allem wenn sie gespeichert werden sollen: Ein schneller Computer mit grosser Festplatte (ab 80 Gigabyte) und CD/DVD-Brenner fürs Archivieren von aufgezeichneten Sendungen ist eine Minimalanforderung für ein solches Multimedia-Center. Der grosse Nachteil von TV-Grafikkarten ist jedoch, dass zum Fernsehen auch der PC gestartet werden muss, dessen Lüftung für ein nerviges Hintergrundgeräusch sorgt.

Kein zusätzlicher Decoder nötig


TV-Karten gibt es von verschiedenen Herstellern zu Preisen unter 100 Franken (zum Beispiel Pinnacle PCTV Rave) bis über 400 Franken (zum Beispiel Hauppauge WinTV DVB-C). Teurere Karten bieten in der Regel mehr Qualität, eine bessere Software-Ausstattung und sogar den Empfang von digitalen und kostenpflichtigen TV-Kanälen ohne zusätzlichen Decoder. Die TV-Qualität lässt sich am besten mit den Newstickern auf CNN und anderen Nachrichtenkanälen testen: Die Texte dürfen nicht ruckeln.

Externe TV-Tunerboxen ersparen das Öffnen des Computers und den Einbau einer neuen PC-Karte, indem die Fernsehbilder über den USB-Anschluss in den Computer und dann an den Monitor geleitet werden. Ansonsten bieten sie dieselben Funktionen und Nachteile wie vergleichbare integrierte TV-Karten.

Die Verbindung zwischen Box und PC ist jedoch oft ein Flaschenhals, weshalb günstige TV-Tunerboxen oft im Vollbildmodus nicht ruckelfrei arbeiten oder nur eine verkleinerte Darstellung des TV-Bildes erlauben. Vollbild in guter Qualität erfordert eine schnelle USB-2.0-Verbindung, was nur neuere PCs und teurere TV-Boxen (etwa Adaptec Videoh DVD Media Center, zirka 300 Franken) unterstützen. Ein Qualitätstest sind auch hier die Newsticker der Nachrichtensender.

© Beobachter Ausgabe 1 vom 08. Jan 2004 - Alle Rechte vorbehalten

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