Notfall
Eine riskante Nummer
Viele Notfallärzte sind nur noch über 0900-Nummern zu erreichen. Pech hat, wer die kostenpflichtigen Nummern an seinem Telefonanschluss sperren liess.

(Bild: Agentur Gettyimages)
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Da kann ich nur zu Gott beten, dass ich nie einen Notfallarzt brauche», sagt Lisbeth Schaufelberger aus Rüti ZH. Sie liess die kostenpflichtigen 0900-Nummern am Anschluss sperren, um vor teuren Computerdialern sicher zu sein und nicht in eine Telefonfalle zu tappen. Jetzt realisierte sie, dass der ärztliche Notfalldienst nur über eine 0900-Nummer erreichbar ist. Mit einem Code lässt sich die Sperrung vorübergehend zwar aufheben, «doch wer hat diesen Code im Notfall zur Hand?», fragt sie.
«Die 0900-Nummer bietet einen guten Service», entgegnet Christoph Zeller, Hausarzt in Rüti. «Weil sie sich übertragen lässt, erreichen Ratsuchende direkt den diensthabenden Notfallarzt.» Nicht viele Leute hätten die 0900-Nummern unterdrückt. «Zudem ist heutzutage fast immer auch ein Natel zur Hand.» Der Erlös der kostenpflichtigen Nummer (einen Franken pro Minute) decke im Übrigen knapp den Aufwand.
Wie gross dieser ist, sehen Ärzte unterschiedlich: In Wetzikon kostet der Anruf auf die Notfallnummer 50 Rappen pro Minute, in der Aargauer Gemeinde Zurzach hingegen stolze Fr. 2.13. Auffallend ist, dass die Tarife nur selten publiziert werden. So fehlt diese Angabe zum Beispiel auf dem offiziellen Infoblatt der Gemeinde Rüti.
Das ist widerrechtlich. «Bei jeder Publikation muss der Preis bekannt gegeben werden», sagt Bernhard Bürki, Mediensprecher des Bundesamts für Kommunikation. Andere 0900-Nummern sind in der Vergangenheit deshalb gesperrt worden.
© Beobachter Ausgabe 7 vom 31. Mär 2005 - Alle Rechte vorbehalten








