Roaming: Weit teurer als daheim
Telefonieren mit dem Handy ist auch im Ausland praktisch, kann aber massiv ins Geld gehen.

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Ums eine Ohr pfeift der Meereswind, am anderen summt das Handy für viele Schweizerinnen und Schweizer sind Ferien ohne Mobiltelefon schlicht undenkbar. Möglich ist das Telefonieren in ausländischen Funknetzen dank den so genannten Roamingverträgen, die die Schweizer Anbieter Swisscom, Orange und Sunrise mit den Netzanbietern anderer Länder abgeschlossen haben.
Das ist praktisch aber leider auch sehr teuer. Denn das Mobiltelefonieren im Ausland birgt einige Kostenfallen. So ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Plauderstunde mit der Ferienbekanntschaft im Hotel nebenan zum lokalen Netztarif abgerechnet wird falsch: Es gilt der höhere Roamingtarif.
Teuer ist zudem die Abrechnung zum Minutentarif. Selbst wenn ein Gespräch nur ein paar Sekunden dauert, wird im Ausland immer mindestens eine Minute verrechnet. Ein kurzer Anruf aus den Malediven in die Schweiz kostet so ganze neun Franken.
Auch wer angerufen wird, kommt nicht viel billiger weg, denn man zahlt bei jedem Anruf die Gebühren des ausländischen Anbieters mit. Wird der Anruf auf die Mailbox weitergeleitet, muss die Umleitungsgebühr vom Ausland in die Schweiz berappt werden.
Die Preise sind gestiegen
Die Tarife würden von den ausländischen Partnern festgelegt, rechtfertigen die Schweizer Mobilfunkanbieter die hohen Roamingkosten: Der Gesprächsaufbau mit der damit verbundenen Suche und Weiterleitung des Kunden im ausländischen Netz sei komplexer als im heimischen Mobilnetz. Erstaunlich ist allerdings, dass die drei Schweizer Anbieter trotz zum Teil gleichen Auslandspartnern unterschiedlich hohe Roaminggebühren verlangen: Ein Anruf aus Südafrika in die Schweiz zum Beispiel kostet bei Orange über dreimal mehr als bei der Swisscom.
In Europa gelten bei Orange und seit Ende letzten Jahres auch bei Sunrise einheitliche Roamingpreise. Das schafft zwar mehr Transparenz dafür sind die Preise gestiegen. Swisscom-Kunden können weiter den günstigsten Roamingpartner wählen sie müssen das Netz jedoch manuell einstellen. Informationen zu den günstigsten Swisscom-Partnern sind im Internet oder via kostenpflichtigen SMS-Service abrufbar. Sunrise bietet ebenfalls einen SMS-Dienst an, und Orange-Kunden erfahren die Tarife im Internet.
Auch mit ein paar Handgriffen am Handy kann man Kosten sparen. Wer im Ausland nicht angerufen werden will, hat die Möglichkeit, alle Anrufe auf die Mailbox umleiten zu lassen: Die Mitteilungen können später von einem günstigeren Festnetzanschluss aus abgerufen werden. Diese Funktion ist in den Betriebsanleitungen des Handys beschrieben. Eine weitere Option ist das Ausschalten der «bedingten Umleitung»: So gehen Anrufe nicht auf die Mailbox, wenn man sie nicht entgegennehmen kann oder will. Die kostenpflichtige «Travel Option», mit der Orange-Kunden für monatlich neun Franken zu leicht vergünstigten Tarifen in den Ferien mobil telefonieren können, lohnt sich nur bei längeren Auslandsaufenthalten.
Die günstigste Variante, per Handy mit den Daheimgebliebenen zu kommunizieren, ist das Verschicken einer SMS aber vielleicht wollen die Lieben zu Hause ja für einmal nicht von Ihnen gestört werden.
© Beobachter Ausgabe 13 vom 25. Jun 2003 - Alle Rechte vorbehalten








