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Suchmaschinen: Ins Goldene getroffen

Text:
  • Daniel Leiser
Ausgabe:
13/02

Suchmaschinen sind ein Eldorado für Internetnutzer. Damit sie sich aber auch für die Betreiber lohnen, lassen diese sich jetzt die ersten Plätze auf der Trefferliste vergolden.

Schnüffelroboter, so genannte Bots, sorgen dafür, dass eine Suchmaschine innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Fülle von Links liefern kann. Diese kleinen Hilfsprogramme durchkämmen Tag und Nacht die Weiten des Internets und indexieren dabei die gefundenen Wörter. Das heisst: Sie erstellen eine Liste aller Wörter und vermerken, wo diese vorkommen. Gibt nun jemand einen Suchbegriff ein, braucht die Suchmaschine nur noch die Indexliste nach diesem Begriff abzugrasen – und schon sind die Resultate da.

Eine weitere Aufgabe der Suchmaschinen ist das Erstellen einer Rangliste: Je besser der Link, desto weiter vorn sollte er erscheinen. Um die Reihenfolge festzulegen, wenden die Suchmaschinen mehrere, teilweise unterschiedliche Prinzipien an. So kann für einen Spitzenplatz etwa massgebend sein, ob und wie oft alle oder die meisten gesuchten Wörter in einem Dokument vorkommen. Oder die Suchmaschine platziert die Webseiten zuerst, in denen die Suchbegriffe näher beieinander liegen.

Seit einiger Zeit wenden viele Suchmaschinen ein weiteres Prinzip an: Wer am meisten bezahlt, erscheint zuerst auf der Liste. «Pay per click» heisst das Modell, das hauptsächlich Marketingverantwortliche interessieren dürfte. Es funktioniert ganz einfach: Man bietet für die Suchbegriffe, bei denen man ganz oben auf der Liste erscheinen möchte, einen gewissen Betrag – in den USA oft mehrere Dollars pro Begriff und Klick. Interessieren sich mehrere Unternehmen oder Personen für denselben Suchbegriff, bestimmt die Höhe des Angebots den Platz in der Rangliste. Bezahlen muss der Anbieter erst dann, wenn ein Internetnutzer tatsächlich auf den gesponserten Link geklickt hat – ein Pluspunkt gegenüber der Bannerwerbung.

Mangelhafte Transparenz

Für die Werbebranche bringt «Pay per click» Vorteile. Aber wie sieht es für die Internetnutzer aus? «Solange die Suchergebnisse transparent sind, sehe ich für die User keine Probleme», sagt Felix Rauch, Präsident der Swiss Internet User Group.

Seit eine amerikanische Konsumentenschutzorganisation interveniert hat, legen die meisten Suchmaschinen bezahlte Links offen. Allerdings auf unterschiedliche Weise: So sind die Links bei Altavista, Fireball oder Lycos klar getrennt und mit «Sponsored Listings» beziehungsweise «Sponsored Links» bezeichnet. MSN hingegen führt diese in der Liste mit den übrigen Suchergebnissen auf. Wer eine Suchmaschine wählt, die er noch nicht kennt, sollte die Trefferliste also etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Von den grossen Schweizer Suchmaschinen hat offiziell lediglich Bluewin (www.sear.ch) «Pay per click» eingeführt – allerdings erst seit kurzem. «Aus diesem Grund können wir auch noch keine gesicherten Aussagen über den Erfolg dieses Modells machen», sagt Deborah Bucher, Pressesprecherin von Bluewin. «Reklamationen von Seiten der Benutzer sind aber bislang keine eingegangen.»

Reto Hartinger, zuständig für Marketing bei Search.ch, einer weiteren Schweizer Suchmaschine, hält «Pay per click» nur für eine Modeerscheinung. Nicht allein deshalb verzichtet Search.ch auf bezahlte Suchtreffer. «Für uns geht es dabei um das Vertrauen unserer Kunden.»

© Beobachter Ausgabe 13 vom 28. Jun 2002 - Alle Rechte vorbehalten

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