www.simsen.de
Faule Tricks mit SMS
Die Firma Verimount offeriert im Internet 100 Gratis-SMS. Dann flattert den Kunden eine Rechnung ins Haus.

(Bild: Simone Broder)
Es ist wie verhext. Entweder sind gerade alle Mitarbeiter besetzt, oder es werden «kurzfristige Wartungsarbeiten» durchgeführt: Die Firma Verimount mit Sitz in Dubai und Zweigstelle in Wien ist schwer zu kontaktieren. Erstaunlich: Immerhin deckt sie manche ihrer Kunden mit Mahnungen ein.
So etwa die Tochter von Bernhard Höpli aus Andwil. Wie viele andere Internetnutzer liess sich die 14-Jährige vom Angebot über 100 Gratis-SMS blenden, die auf der Verimount-Website www.simsen.de versprochen werden. Und schloss mit der Anmeldung einen Jahresvertrag für den Versand von Kurzmitteilungen ab – so zumindest der Standpunkt von Verimount. Kostenpunkt: rund 130 Franken.
Als Verantwortlicher für die Firma Verimount zeichnet Valentin Fritzmann. Er hat schon andere umstrittene Projekte lanciert – darunter die Datentausch-Börse www.firstload.de. «Eine Vielzahl von Nutzern beklagt sich, dass ihnen ein Abo untergeschoben wurde», sagt Anke Kirchner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In Österreich ist Fritzmann nach der Lancierung von www.probenexpress.de die Justiz auf den Fersen: «Wir ermitteln wegen gewerbsmässigen Betrugs», teilt die Wiener Staatsanwaltschaft mit.
Bernhard Höpli denkt nicht daran, die Forderungen von Verimount zu begleichen: «Meine Tochter ist minderjährig, und ich habe als Erziehungsberechtigter rechtzeitig die Zustimmung zum Vertrag verweigert.» Ärger kann ein Blick auf www.teltarif.ch/i/freesms ersparen. Dort sind seriöse SMS-Gratisanbieter verzeichnet.
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© Beobachter Ausgabe 4 vom 16. Feb 2006 - Alle Rechte vorbehalten
