Editorial
Handwerken wie die Profis
Es ist noch nicht lange her, da haftete dem Heimwerken etwas Biederes an. Do it yourself? Das war etwas für das Krähwinkel und hatte mit modernem Lebensstil wenig zu tun. Und heute? Besuchen Sie einmal ein Baucenter. Sie werden sehen: Der Aktenkofferträger, die Dame im Deuxpièces und die szenige WG-Frau gehören hier genauso zum Alltagsbild wie der gute alte Abwart im Blaumann.
Überhaupt: die Frauen. In Sachen Sägen, Fräsen und Schleifen stehen sie den Männern nicht im Geringsten nach, wie ein Augenschein in einem Do-it-yourself-Kurs für Frauen zeigt. Selbst ist die Frau. Nicht, um es dem starken Geschlecht zu zeigen, sondern aus ganz praktischen Gründen: damit sie «nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit» auf einen Profi angewiesen sei, der ihr «ein X für ein U» vormache, bringt es etwa Kursteilnehmerin Gabriela Hüppi auf den Punkt, und weil das «Selbermachen viel günstiger» sei. So denken heute viele. Laut dem Schweizer Haushalt-Panel legen vier von zehn Schweizerinnen und Schweizern einmal pro Woche Hand an. Längst ist auch das Fernsehen auf den Zug aufgesprungen – wie immer, wenn sich ein Trend anbahnt: Allein auf deutschsprachigen Kanälen widmet sich derzeit gut ein halbes Dutzend Doku-Soaps dem Thema.
Verspüren auch Sie Lust, zu Hammer und Pinsel zu greifen? Dann wird Ihnen dieses Beobachter-Extra eine gute Hilfe sein. Unsere Experten erklären nicht nur, wie man Do-it-yourself-Projekte am besten anpackt oder günstig zu den hochwertigen Baustoffen kommt – sondern auch, was einem blühen kann, wenn man die Wohnung ohne Einverständnis des Vermieters verschönert. Besonders möchten wir Ihnen den Schwerpunkt «Ökologisch bauen» nahelegen: Wir zeigen Ihnen, auf welche umweltschonenden Materialien Sie bedenkenlos setzen können und wie Sie Ihre Familie vor gefährlichen Wohngiften schützen. Möge das Werk gelingen!
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© Beobachter Ausgabe 19 vom 17. Sep 2009 - Alle Rechte vorbehalten
