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Einbruchschutz

Den Dieben einen Riegel schieben

Text:
  • Susanne Hefti
Bild:
  • www. colourbox.com
Ausgabe:
21/08

Alle neun Minuten steigt ein Einbrecher in eine Wohnung ein. Dagegen helfen Massnahmen, die den Langfingern das Leben schwermachen.

Den Dieben einen Riegel schieben

Ganze 30 Sekunden braucht ein Einbrecher, um eine normale Terrassentür mit zwei Schraubenziehern zu knacken. Schon wenige Minuten später hat er sich im Haus umgesehen und die Wertgegenstände eingepackt.

 

Dass ein Einbruch oft eine Sache von wenigen Minuten ist, musste auch Thomas Messerli (Name geändert) aus einer Thurgauer Landgemeinde erfahren: «Ich duschte sorglos und putzte mir danach die Zähne. Als ich die Treppe hinunterging, sah ich gerade noch einen Schatten durch die aufgebrochene Terrassentür verschwinden. Ich rannte gleich hinterher, aber der Dieb war bereits in der Dämmerung verschwunden.» Die Spuren, die er hinterlassen hatte, waren jedoch nicht zu übersehen: In Messerlis Wohnzimmer war alles durchwühlt, Laptop, Brieftasche und weitere Wertsachen fehlten. Dass Diebe derart dreist vorgehen und einbrechen, während der Bewohner daheim ist, hätte Thomas Messerli nie für möglich gehalten. Tatsächlich ist dieser Fall eher die Ausnahme. Denn eingebrochen wird vorwiegend tagsüber oder im Schutz der Abenddämmerung, wenn die Bewohner noch bei der Arbeit sind und das Heim leersteht.

Guter Polizeirat ist manchmal kostenlos

Durchschnittlich alle neun Minuten wird in der Schweiz eingebrochen - rund 60'000 Mal im Jahr. Bevorzugt werden Parterrewohnungen und Einfamilienhäuser. Zugang verschaffen sich die Diebe über Lichtschächte, Kellertüren, Fenster oder Terrassentüren an der Hinterseite des Hauses. Oft bleibt nach dem Einbruch ein heilloses Durcheinander zurück. Aufgeräumt ist zwar jeweils schnell, länger dauert es hingegen, bis sich die Bestohlenen in ihren eigenen vier Wänden wieder wohl fühlen.

 

Das Eigenheim lässt sich vor Eindringlingen schützen (siehe Nebenartikel «Die Wohnung vor Einbrechern sichern: Welche Massnahme welchen Nutzen hat»). «Eine kompetente Beratung ist der erste Schritt, um die richtigen Massnahmen zu treffen», sagt Rolf Gasser, einer von drei Sicherheitsberatern der Kantonspolizei Zürich. Deshalb beraten sein Team und er angehende Eigenheimbesitzer und Bewohner von Altbauten kostenlos und vor Ort. Diesen Service bietet die Polizei in allen Kantonen, aber nicht überall gratis.

 

Wenn es darum geht, das Haus vor Einbrechern zu schützen, sind laut Rolf Gasser nebst dem persönlichen Verhalten (Haustür abschliessen, Fenster verriegeln) an erster Stelle die mechanischen Sicherheitsmassnahmen wichtig: «Stabile, eingemauerte Gitter vor Lichtschächten, Mehrpunktverriegelungen für Türen und verstärkte Beschläge für Fenster.» An zweiter Stelle kommen elektronische Sicherheitsmassnahmen: «Bewegungsmelder schrecken Diebe auf, und Zeitschaltuhren, die unregelmässig das Licht, das Radio oder den Fernseher einschalten, simulieren die Anwesenheit der Hausbewohner.»

 

Diese Massnahmen zum Schutz vor Einbrechern sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn sie konsequent angewendet und aufeinander abgestimmt werden. Eine Mehrfachverriegelung hindert zwar den Einbrecher daran, das Türschloss zu knacken. Wenn jedoch der danebenliegende Lichtschacht nur ungenügend gesichert ist, wird er auf diesem Weg in kurzer Zeit ins Haus eindringen. Die Erfahrungen der Polizei zeigen, dass Einbrecher hauptsächlich in Wohnungen oder Häuser einsteigen, die keine oder nur mangelhafte Schutzvorkehrungen haben. «Wenn ein Einbrecher ein Fenster nicht innerhalb von wenigen Sekunden geknackt hat, lässt er höchstwahrscheinlich von seinem Vorhaben ab, weil es dann für ihn zu gefährlich wird», sagt Rolf Gasser. Gleichzeitig weist er aber auch darauf hin, dass man die Möglichkeit eines Einbruchs nie zu 100 Prozent ausschliessen kann. Aber immerhin: Man kann einiges tun, um den Dieben das Leben schwerer zu machen.

Weitere Infos

Die Schweizerische Kriminalprävention bietet unter www.kriminalpraevention.ch/... Gratisbroschüren zum Download oder Bestellen: «Einbruch - nicht bei mir!», «Polizeilicher Sicherheitsratgeber» und Links zu den kantonalen polizeilichen Beratungsstellen.

 

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© Beobachter Ausgabe 21 vom 15. Okt 2008 - Alle Rechte vorbehalten

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