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Fahrschule

Direkt in die Polizeifalle

Text:
  • Thomas Grether
Bild:
  • Charly Rappo
Ausgabe:
1/07

Eine Fahrschulvermittlung lockt Kunden zur Fahrprüfung nach Tschechien. Doch der Führerschein ist hier ungültig.

Zarli Grob ist mit seinem Opel Kadett am 4. September 2006 in Koppigen BE unterwegs, als er in eine Polizeikontrolle gerät. Arglos zückt der Heizungsmonteur den Führerausweis. Er hat ihn erst wenige Wochen zuvor gemacht - in Tschechien. Der Ausweis wird ihm auf der Stelle entzogen.

Der 30-Jährige hatte sich auf ein zweifelhaftes Angebot eines gewissen Hans Hartmann eingelassen, der vom österreichischen Dornbirn aus - über eine Winterthurer Briefkastenadresse - Fahrschulen in Tschechien vermittelt. Dort kommen Anfänger, Raser und Alkoholiker, denen der Ausweis entzogen wurde, in zwei bis sieben Tagen zu einem Führerschein.

Beat Keller vom Strassenverkehrsamt des Kantons Bern warnt: «Für Personen, die in der Schweiz Wohnsitz haben, ist ein solcher Ausweis nur dann gültig, wenn man während zwölf zusammenhängenden Monaten im jeweiligen Land gewohnt hat und dort Auto gefahren ist.» E-Mails zeigen, dass Hartmann interessierte Kunden selbst dann nicht aufklärt, wenn diese sich konkret nach der Gültigkeit in der Schweiz erkundigen. Er lässt sie direkt in die Polizeifalle tappen.

Als der Beobachter bei Hartmann nachfragt, behauptet er, ein europäischer Führerausweis müsse hierzulande anerkannt werden, «da die Schweiz im Rahmen der bilateralen Verträge mit der EU dem Freizügigkeitsabkommen beigetreten ist». Behördenvertreter Keller schüttelt den Kopf. «Dies ändert nichts am Verbot.» Fahrschüler Zarli Grob hat jetzt eine Anzeige des Strassenverkehrsamts am Hals.

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© Beobachter Ausgabe 1 vom 03. Jan 2007 - Alle Rechte vorbehalten

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