• Anzeige:


  • Natur, Umwelt, Ökologie: faszinierende Reportagen, Neues aus der Wissenschaft sowie Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

    Da will ich hin


  • Gartenforum

    In unserem neuen Gartenforum sind nicht nur Ihre Fragen, sondern auch die besten Gartentipps von erfahrenen Hobbygärtnern herzlich willkommen!

    zum Forum

  • Emblem1

    Lust auf Garten

    Planen, pflanzen, pflegen - Tipps für Einsteiger und erfahrene Gärtnerinnen

  • Anzeige:

Justiz

Goldesel in Nöten

Text:
  • Andrea Haefely
Bild:
  • Michele Limina
Ausgabe:
16/04

Die Zürcher Experten gegen Geldwäscherei bescheren dem Kanton Millionen. Jetzt wurde eine Stelle gestrichen.

(Bild: Michele Limina)

Die meisten Behörden geben ausschliesslich Geld aus. Nicht so die Bezirksanwaltschaft IV des Kantons Zürich. Deren sechs Rechtshilfe- und Geldwäschereiexperten machten vor kurzem einen spektakulären Fang, bei dem ihnen 61 Millionen Franken schmutzigen Geldes ins Netz gingen. Insgesamt bescherten die sechs Staatsangestellten dem Kanton in den letzten zehn Jahren Einnahmen von 120 Millionen Franken – Mittel, die der stark defizitäre Kanton gut brauchen kann.

Doch anstatt die lukrative Behörde auszubauen, wird die hoch spezialisierte Schnüffeltruppe geschwächt. Seit Januar ist eine der sechs Stellen vakant. Und Besserung ist nicht in Sicht: «Wir von der Bezirksanwaltschaft IV haben soeben erfahren, dass die Stelle von Bezirksanwalt Dieter Jann nicht ersetzt werden wird. Wir finden das äusserst besorgniserregend und schwer verständlich», beklagt sich Dave Zollinger, Leiter der Behörde. «Über die Motive, eine solch wichtige und für die öffentliche Hand lukrative Stelle zu streichen, kann ich nur rätseln.»

Offiziell ist in diesem Zusammenhang von Opfersymmetrie die Rede: «Alle müssen Opfer bringen», sagt Pius Schmid von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich. «Wir können nicht diejenigen Behörden bevorzugt behandeln, die Geld bringen, während die andern in den Pendenzen ertrinken.»

Dahinter könnte die Politik stecken


Dabei hat auch die für Geldwäschereidelikte zuständige Bezirksanwaltschaft IV immer mehr zu tun: So haben die Rechtshilfebegehren von 2002 auf 2003 um 25 Prozent auf rund 400 Fälle zugenommen. Und die Strafverfahren wegen illegaler Geldtransaktionen haben sich in demselben Zeitraum sogar mehr als verdreifacht. Auch heuer hält der Wachstumstrend an, der nicht nur mehr Arbeit für die Abteilung mit sich bringt, sondern eben auch die Chancen für den Kanton erhöht, Gelder krimineller Herkunft festzusetzen.

Insider glauben deshalb, dass der negative Entscheid politisch motiviert war. Denn mit der Säuberung des Finanzplatzes Zürich lassen sich kaum Wählerstimmen fangen, mit der Stärkung von volksnäheren Behörden wie etwa der Bundesanwaltschaft V, die Gewaltverbrechen behandelt, schon eher.

© Beobachter Ausgabe 16 vom 05. Aug 2004 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh