• Anzeige:


  • Natur, Umwelt, Ökologie: faszinierende Reportagen, Neues aus der Wissenschaft sowie Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

    Da will ich hin


  • Gartenforum

    In unserem neuen Gartenforum sind nicht nur Ihre Fragen, sondern auch die besten Gartentipps von erfahrenen Hobbygärtnern herzlich willkommen!

    zum Forum

  • Emblem1

    Lust auf Garten

    Planen, pflanzen, pflegen - Tipps für Einsteiger und erfahrene Gärtnerinnen

  • Anzeige:

Justiz

Richter am Ende

Text:
  • Thomas Buomberger
Ausgabe:
23/05

Im Limmattal tobt ein arger Scheidungskrieg: Der zuständige Gerichtspräsident musste gar unter Polizeischutz gestellt werden.

Seit mehr als drei Jahren ist ein Scheidungskrieg zwischen Walter und Heidi W. (Namen geändert) im Gang. Und ebenso lange hat W. seine Noch-Ehefrau und ihre Umgebung eingeschüchtert, sie terrorisiert und sogar mit dem Tod bedroht (siehe Artikel zum Thema «Er drohte, er bringe uns um»). Die Behörden schauten diesem Treiben mehr oder weniger machtlos zu. Nun hat die leidige Geschichte einen neuen Höhepunkt erreicht: Gerichtspräsident Bruno Meyer aus Baden, der das Ehescheidungsverfahren durchführt, hat beim Aargauer Obergericht darum nachgesucht, in den Ausstand treten zu können.

Walter W. hatte Meyer und dessen Familie so massiv bedroht, dass er um Polizeischutz bitten musste. Meyer fordert dringend, dass W. auf seine Gefährlichkeit hin begutachtet werde. Zwar müsste die Staatsanwaltschaft dies nach einer Strafanzeige anordnen. Doch auch bei festgestellter Gefährlichkeit wäre es rechtlich nicht möglich, W. einfach aus dem Verkehr zu ziehen. Zudem wurde er bereits mehrfach gebüsst und auch für einige Tage eingesperrt – ohne Erfolg. «Die Justiz kann nichts machen, und wir als Richter sind in dieser Situation völlig rechtlos», sagt Meyer. Dies übersteige alles, was er in bald 20 Jahren am Gericht erlebt habe.

Unabhängig von dieser neuen Entwicklung wird Michael Huwiler von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis gegen W. noch im November eine Strafklage einreichen. Welcher Delikte W. beschuldigt wird, wollte er nicht sagen, meint aber: «Ich hoffe, dass sich die Situation mit der Anklage beruhigt.»

© Beobachter Ausgabe 23 vom 10. Nov 2005 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh