Kraftwerk
Wirbel um ein Wehr
Ein historisches Kleinkraftwerk, das Ökostrom produzieren könnte, soll stillgelegt werden. Dem Besitzer droht dadurch Privatkonkurs.

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Die Freude von Sämi Zgraggen, Besitzer des Ambauenwehrs in Buochs NW, währte nur kurz: «Laut Entscheid des kantonalen Verwaltungsgerichts muss ich mein Kleinkraftwerk nicht abbrechen, doch nun zieht der Rheinaubund den Fall ans Bundesgericht.»
Für Zgraggen geht es um viel: Rund 500’000 Franken würde es ihn kosten, das Wehr an der Engelbergeraa zurückzubauen, das sich seit 170 Jahren im Familienbesitz befindet. Dem Kraftwerkeigentümer droht der Privatkonkurs (siehe Artikel zum Thema «Umweltpolitik: Die Kleinkraftprobe»).
Wasserrecht entzogen
200’000 Franken hatte die Nidwaldner Regierung geboten, um Zgraggen das Wasserrecht abzukaufen, doch der Kleinkraftwerker blieb standhaft. Daraufhin entzog ihm der Regierungsrat kurzerhand das Recht und verfügte den Rückbau. Dies wiederum ging dem Verwaltungsgericht zu weit: Hier werde das Prinzip der Verhältnismässigkeit verletzt.
Durch den Einbau einer Fischtreppe bleibe zudem das öffentliche Wohl gewahrt, argumentierten die Richter. Die Flussschützer vom Rheinaubund sehen das anders. Ihr Vertreter Ueli Rippmann bezeichnet eine Fischtreppe als «Notlösung». Er befürchtet zu viel Geschiebe, das zum Beispiel den Aufstieg für die stark gefährdete Seeforelle verstopfe. Das Bundesgericht habe nun eine Güterabwägung zu treffen.
Sämi Zgraggen seinerseits hofft, bald wieder Strom produzieren zu können: «Eine funktionierende Fischtreppe ist mit vernünftigem Aufwand machbar.» Und dann wärs sogar noch Ökostrom.
© Beobachter Ausgabe 14 vom 05. Jul 2006 - Alle Rechte vorbehalten













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