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Neat

Harte Brocken

Text:
  • Andreas Schmid
Bild:
  • neat.ch
Ausgabe:
19/06

Neben kaum berechenbarem Fels müssen die Erbauer der Neat mit einem neuen Risikofaktor leben: Die Vergabe der Bauaufträge wird vermehrt angefochten.

Die Bauunternehmen gönnen einander wenig. Vor allem keine Grossaufträge. Auch um die Arbeiten an der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) tobt ein erbitterter Kampf. Bei der Vergabe des Loses 151 - es geht um einen Auftrag über 413 Millionen Franken für den Bau des Tunnels Erstfeld - schaltete die unterlegene Berner Firma Marti AG die eidgenössische Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen ein.

Mehrkosten in Millionenhöhe


Und unlängst wurde auch das Los 005 zum Fall für die Juristen. Beim 8-Millionen-Brocken im Abschnitt Gotthard Nord erhielt die Urner Fedier AG den Zuschlag. Das veranlasste die Luzerner Mitbewerberin Restrukta Bau AG prompt zu einer Beschwerde bei der Rekurskommission. Der Streitpunkt: «Die Auftraggeberin Alptransit Gotthard AG hat die in der Ausschreibung deklarierten Kriterien nicht befolgt», sagt Marcel Matter von der Restrukta. Am 22. August sprach die Kommission der Beschwerde die aufschiebende Wirkung allerdings ab - die Arbeiten konnten ungeachtet des laufenden Verfahrens aufgenommen werden. «Es entstehen keine Verzögerungen und keine Zusatzkosten», versichert Alptransit-Kommunikationschef Ruedi Suter.

Beim Los 151 ist das anders. Das Beschwerderecht - geschaffen, um einen fairen Wettbewerb zu garantieren und die Konkurrenz zu fördern - beschert der Bauherrin Budgetsorgen. Der Widerstand der Firma Marti, die die Vergabe an das österreichische Konsortium Strabag zweimal anfocht, brachte den Zeitplan um rund ein Jahr in Verzug - es entstanden Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe. Strabag hatte 0,6 Prozent billiger offeriert, dabei aber, so der Vorwurf der Marti AG, gewisse Bedingungen für den Zuschlag nicht erfüllt.

Dieses Beispiel hat Nachahmer gefunden. Ausser der Restrukta haben laut Suter auch andere Unternehmen Arbeitsvergaben für die Neat juristisch bekämpft. Zumindest die Restrukta-Chefs überlegen sich inzwischen jedoch zurückzukrebsen. Nachdem keine aufschiebende Wirkung anerkannt worden sei und die Arbeiten am Los fortschritten, zweifelt das Bauunternehmen an den Erfolgsaussichten seiner Beschwerde.

© Beobachter Ausgabe 19 vom 13. Sep 2006 - Alle Rechte vorbehalten

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