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Ratenzahlungen

Steueramt lenkt ein

Text:
  • Bernhard Raos
Bild:
  • Stephan Rappo
Ausgabe:
17/04

Der Fiskus beharrte auf rascher Tilgung einer Steuerschuld. Dank dem Beobachter wurde die Zahlungsfrist verlängert.

(Bild: Stephan Rappo)

Hunderten Paaren geht es wohl so wie Elliet und Michael Casanova: Sie freuen sich über ihr Kind, die Mutter gibt ihren Job auf und kümmert sich eine Zeit lang voll um den Sprössling. Aus zwei Einkommen wird eines. Wenn da unerwartet Nachsteuerrechnungen von fast 20000 Franken fällig werden, sprengt dies das Familienbudget. Vor allem wenn die Steuerschuld wie in diesem Fall auch noch innert fünf Wochen getilgt werden sollte.

Casanovas gelangten ans zuständige Steueramt Surental. Was dann begann, war ein ermüdender Blindflug durch den Luzerner Steuerdschungel: Ein Gesuch auf Steuererlass – das Steueramt hatte dazu geraten – blieb fast eineinhalb Jahre beim Kanton liegen, ehe Casanovas die Aufforderung erhielten, ein erneutes Erlassgesuch mit den aktuellen finanziellen Verhältnissen einzureichen. Schliesslich wurde das Gesuch abgelehnt. Mit der Begründung, das Einkommen liege über dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum.

Daraufhin schlugen Casanovas vor, die Schuld in monatlichen Raten von 300 Franken abzustottern. Doch das Steueramt Surental pochte auf mindestens doppelt so hohe Raten – Geld, das Casanovas schlicht nicht zur Verfügung haben. Die Fronten verhärteten sich, eine Betreibung drohte. Erst als sich der Beobachter einschaltete, besann man sich beim Steueramt Surental eines Besseren: Die Säckelmeister nützen nun ihren Spielraum und akzeptieren Ratenzahlungen während 30 Monaten. Die Reaktion von Casanovas: «Nach diesem belastenden Hickhack ist das eine freudige Nachricht.»

© Beobachter Ausgabe 17 vom 19. Aug 2004 - Alle Rechte vorbehalten

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