Sicherheit:
Immer auf Draht
Die Dämmerungseinbrecher sind wieder unterwegs. Alarmanlagen vertreiben sie. Noch wichtiger sind aber bauliche Massnahmen.

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Der Entschluss war schnell gefasst, als Käthi Eggenschwiler aus dem Zürcher Unterland realisierte, dass in ihr Haus eingebrochen worden war: «Jetzt muss eine Alarmanlage her!» An jenem Abend war sie mit ihrer Familie auswärts essen gegangen. Bei der Rückkehr stand die Verandatür offen, und alle Schränke waren durchwühlt. «Mir wurde plötzlich klar, wie einfach man in unser Haus eindringen kann. Mein Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden wurde auf einen Schlag zerstört», erinnert sich Eggenschwiler. Das änderte sich erst wieder, als die Alarmanlage montiert war.
Wie Eggenschwiler geht es jährlich Zehntausenden von Mieterinnen und Eigenheimbesitzern. Allein 2002 wurden schweizweit 60822 Einbruchdiebstähle polizeilich registriert. 60 bis 80 Prozent der Delikte geschehen tagsüber – ausser in den Wintermonaten: Dann sind vermehrt Dämmerungseinbrecher am Werk. Laut einer Umfrage des Verbands Schweizerischer Errichter von Sicherheitsanlagen (SES) haben 50 Prozent der Bevölkerung Angst, Opfer eines Einbruchdiebstahls zu werden. Davon profitiert die Sicherheitsbranche: 2002 setzten die SES-Mitglieder mit Einbruchmelde- und Überfallanlagen beinahe 86 Millionen Franken um.
Doch nicht immer bringt eine Alarmanlage mehr Sicherheit. Moritz Mehmann, Leiter der polizeilichen Beratungsstelle bei der Kriminalpolizei Aargau: «Es wird immer wieder vergessen, dass Alarmanlagen eigentlich nicht schützen, sondern nur eine Zustandsänderung bemerken und entsprechend reagieren. Sei es mit einem Horn, einem Blitzlicht oder einer Meldung an die Alarmzentrale.»
Zwar kann ein geeigneter Alarm einen Einbrecher in die Flucht schlagen. Doch nur die baulich-mechanischen Sicherungen können Einbrüche wirklich verhindern oder zumindest erschweren. Dazu gehören vor allem Spezialverschlüsse für Türen, Fenster und Kellergitter oder eine gute Aussenbeleuchtung. Wer nicht sicher ist, ob eine Alarmanlage das Sicherheitsbedürfnis erfüllt, kann sich an eine kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in seinem Kanton wenden (siehe Nebenartikel)
Fehlalarm geht ins Geld
Für die Auswahl einer Alarmanlage sollte man sich genügend Zeit nehmen. Je nach Situation und Bedürfnissen kann man sich für eine Aussenhaut- oder eine Innenraumüberwachung entscheiden: Die erste Variante löst Alarm aus, wenn sich jemand an Fenstern oder Türen zu schaffen macht; die Innenraumüberwachung hingegen registriert Bewegungen in den Räumlichkeiten – und kommt für Halter von Hunden und Katzen kaum in Frage.
Weil sie einfacher und günstiger zu montieren sind, erleben Anlagen, die über Funk verbunden sind, einen regelrechten Boom. Doch René Achermann vom Sicherheitsinstitut in Zürich mahnt zur Vorsicht: «Im Gegensatz zu den konventionellen verdrahteten Anlagen erfolgt der Informationsaustausch bei den Funkanlagen über den Äther, der noch von anderen Systemen mitbenutzt wird, wie zum Beispiel Sprechfunk, Mobiltelefonen oder Fernbedienungen.» Dadurch bestehe das Risiko, dass eine solche Anlage gestört oder absichtlich negativ beeinflusst werde.
Und das kann ins Geld gehen. Denn bei einem Fehlalarm muss in der Regel der Inhaber der Anlage die Kosten von mehreren hundert Franken für den vergeblichen Polizeieinsatz berappen – selbst wenn es der Nachbar war, der die Beamten herbeigerufen hat.
Umgekehrt nützt selbst die lauteste Alarmanlage nichts, wenn keiner darauf reagiert. Ein wirksamer Einbruchschutz fängt deshalb mit der Nachbarschaftshilfe an. Und die ist erst noch gratis: Mit einem täglichen «Grüezi» ist man schon sehr gut geschützt.
© Beobachter Ausgabe 26 vom 24. Dez 2003 - Alle Rechte vorbehalten













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