Nicht nur die Piloten, sondern auch das Kabinenpersonal wurde bei der Swissair frühzeitig pensioniert. Flight-Attendants und Maitres de Cabines gehen üblicherweise bereits mit 57 Jahren in Pension, wobei die Swissair aus einem speziellen Fonds eine Überbrückungsrente bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters von 63 respektive 65 Jahren bezahlte. Mit der Swissair-Pleite sei nun ans Tageslicht gekommen, dass dieser Fonds leer sei, berichten zahlreiche Betroffene gegenüber dem Beobachter. Das bedeutet, dass die Frühpensionierten mutmasslich leer ausgehen, denn es gilt als unwahrscheinlich, dass im Rahmen der Nachlassstundung genügend Geld übrigbleibt, um diese Ansprüche decken zu können.

Das hat gravierende Folgen: Ein seit 31 Jahren bei der Swissair beschäftigter Maître de Cabine berichtet, dass ihm demnächst anstelle des bisherigen Lohns von rund 6000 Franken bloss noch eine Rente von rund 3000 Franken ausbezahlt werde. Jeden Monat werden bei der Swissair mehrere Dutzend Angestellte frühpensioniert. Ob sie im Alter von 57 Jahren noch eine neue Stelle finden, ist ungewiss.

Swissair-Personalchef Matthias Mölleney bestätigte die Probleme: Seit 1996 habe man vermehrt Frühpensionierungen vorgenommen. 300 dieser Personen befänden sich noch in der Übergangsphase, in welcher der Arbeitgeber die Frührente übernehme. Es bestehe die Gefahr, dass diese Gelder ebenfalls in das Nachlassverfahren einbezogen würden, sagte Mölleney gegenüber der NZZ.

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