Grossisten haben Grund zum Anstossen: Seit die ausländischen Spirituosen durch die Einführung der Einheitssteuer am 1. Juli 99 massiv billiger geworden sind, greift die Kundschaft vermehrt ins Regal.

Coop und Pick Pay steigerten ihren Absatz an hochprozentigen Wässerchen aus dem Ausland um satte 25 Prozent und erweiterten sogar ihr Sortiment. Dagegen ist ein beliebtes Ritual bei Grenzübertritten verschwunden: Der zollfreie Liter «Jack Daniel’s» im Kofferraum gehört der Vergangenheit an.

Geblieben sind die Vorlieben: Whisky ist die gefragteste Spirituose im Land: Laut der schweizerischen Alkoholverwaltung konsumieren die Schweizer 27500 Hektoliter des Gebräus – pro Jahr. Auf Rang zwei folgt mit 18750 Hektolitern der Kirsch. Dass dieser vorab aus einheimischer Produktion stammt, freut Hansruedi Wirz, Präsident der Vereinigung für Schweizer Spirituosenkultur Distiswiss: Die Einheitssteuer wirkt sich auf den Verkauf von Schweizer Schnaps nicht gross aus.

Suchtexperten freuen sich da weniger. Erste Zahlen über Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss im letzten Jahr deuten auf eine starke Zunahme des Blaufahrens hin. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und Drogenprobleme vermutet, dass längere Öffnungszeiten in Beizen und der billigere Preis für «harte Sachen» an dieser Entwicklung schuld sind, und fordert einen Stopp der Liberalisierungswelle.

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