Fachliteratur zum Thema «Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben» gibt es reichlich. Die entsprechenden Bücher decken in der Regel jedoch nur Arbeiten an Universität und Fachhochschulen ab. Kaum vertreten ist die Ebene der fachlichen Weiterbildung, wo Abschluss- und Diplomarbeiten zwischen 20 und 50 Seiten ausmachen und häufig mehr einem Projekt- und Arbeitsbericht gleichen als einer wissenschaftlichen Arbeit. «Die Personen in der fachlichen Weiterbildung sind eine vernachlässigte Gruppe in der Schreibdidaktik», bestätigt Otto Kruse vom Zentrum für professionelles Schreiben an der Zürcher Hochschule Winterthur.

In den Arbeitsphasen unterscheidet sich eine wissenschaftliche Arbeit indes kaum von einer fachlichen Abschlussarbeit:

1. Erfassen des Themas: Thema, Fragestellung und Ziel so eingrenzen und konkretisieren, dass sie sich in der vorhandenen Zeit bearbeiten lassen.

2. Recherchieren: Sich bei Problemen schnellstens an den Dozenten oder den Betreuer der Arbeit wenden.

3. Material ordnen: Die Fülle an Informationsmaterial sinnvoll sortieren, Begriffe klären.

4. Material gliedern: Erste Entwürfe mit anderen Absolventen besprechen.

5. Formulieren des Textes: Macht meist nur einen Viertel einer Arbeit aus – im ersten Anlauf muss kein Text schon perfekt sein.

6. Überarbeiten des Textes: Arbeiten mit Mitschülern austauschen und Rückmeldungen geben respektive aufnehmen, dann überarbeiten.

7. Korrigieren des Textes: Es ist keine Schande, auf externe Hilfe zuzugreifen, beispielsweise für Textformatierungen oder die Korrektur grammatikalischer Schwächen.

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