Da war zum Beispiel jener hochbetagte Herr. Vor und nach dem Ersten Weltkrieg hatte er als Auslandschweizer in Deutschland gearbeitet. Dokumente aus jener Zeit fehlten. Ueli Pfunder führte den Papierkrieg mit deutschen und schweizerischen Amtsstellen und rekonstruierte die bewegte Lebensgeschichte des Rentners.

Resultat: eine hochwillkommene zusätzliche Rente der deutschen Sozialversicherung für seine letzten Lebensjahre.

Einer von Tausenden, denen Ueli Pfunder in seiner über 20jährigen Beobachter-Tätigkeit geholfen hat. «Dieser ständige, direkte Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen», sagt Ueli Pfunder, «das ist es, was die Arbeit so schön gemacht hat.» Ueli Pfunder stiess 1978 von den «Glarner Nachrichten» zu uns. «Das war ein markanter Unterschied», erinnert sich Pfunder. «Beim Beobachter erlebt man jeden Tag etwas Neues – und schöpft aus dieser Tätigkeit unendlich viel.»

Pfunder übernahm sogleich ein umfangreiches Beratungsgebiet und spezialisierte sich im Verlauf der Zeit auf Eigentums- und Baurechtsfragen. 1982 wurde er in den Leitenden Redaktionsausschuss berufen – ein neu geschaffenes Gremium. «Weder der Verlag noch die Redaktion waren sich damals an eine Chefredaktion gewöhnt», erinnert sich Pfunder. «Wir mussten uns also unsere Rolle auf beide Seiten erkämpfen.»

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Mit Erfolg: Ueli Pfunder, 59jährig, hat den Beratungsdienst und die Zeitschrift Beobachter massgebend geprägt. Unter seiner Leitung wurde der Beratungsdienst ausgebaut und professionalisiert. Die Zahlen sprechen für sich: Landeten Anfang der achtziger Jahre knapp 15'000 Beratungsanfragen jährlich beim Beobachter, so sind es inzwischen gegen 50'000.

Dank seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung wurde Ueli Pfunder auch rasch zum Fachmann der Redaktion für Energiefragen. Seine langjährige Erfahrung in Eigentums- und Baurechtsfragen flossen in den Ratgeber «Der Weg zum Eigenheim» ein, der bereits in dritter Auflage erschienen ist.

Ueli Pfunder war ein Berater mit Leib und Seele, ein engagierter Journalist und ein Vorgesetzter, der für die Werte, die der Beobachter vertritt, durchs Feuer ging. Sein Einsatz, seine Integrität und Menschlichkeit sind beispielhaft. Der Beobachter bedauert seinen gesundheitlich bedingten Rücktritt sehr und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.

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Als neuen Leiter des Beratungsdienstes hat der Verwaltungsrat der Jean Frey AG Philippe Ruedin ernannt. Rechtsanwalt Ruedin, 50, amtete seit 1988 als Stellvertreter von Pfunder. Bevor er 1984 zum Beobachter kam, leitete er die in der Zwischenzeit eingestellte Rechtsberatungsstelle des Migros-Genossenschafts-Bundes «Tat und Rat».