Das nackte Chaos hatte er erwartet: verspätete Zahlungen, Auftraggeber, die nicht wissen, was sie wollen, und ständig wechselnde Chefs. Jetzt, da alles fertig ist, bleiben Roger Zaugg fast nur gute Erinnerungen und lobende Worte: «Ich würde wieder für die Expo arbeiten, auf alle Fälle.» Als Chefmonteur leitete der 42-Jährige die Equipe einer Bieler Sanitär- und Heizungsfirma, die in zahlreichen Gebäuden auf dem Expo-Gelände zum Einsatz kam: Zaugg und seine Mannen stellten Feuerlöschposten auf, montierten WC-Schüsseln und installierten Klimaanlagen – oft in Rekordzeit. «Alle Aufträge waren enorm kurzfristig», erzählt Zaugg. «In einem Restaurant installierten wir zum Beispiel die Wasserversorgung für die Grossküche. Normalerweise braucht man für die Planung und Ausführung eines solchen Auftrags vier bis fünf Monate. An der Expo musste das Ganze in drei Wochen erledigt sein.»

Als Chefmonteur war Zaugg auch Ansprechperson für Künstler und Architekten, die Installationen mit Wasser geplant hatten. «Wir haben die Theorien der Künstler in die Praxis umgesetzt.» Mehr als einmal habe er dabei ein «So geht es aber nicht» einlegen müssen, sagt Zaugg. «Aber alle Besprechungen fanden in einer sehr positiven Stimmung statt.» Vor der Expo habe er bezweifelt, dass er als zweisprachiger Romand mit Architekten aus Zürich ein Projekt realisieren könne: «Ich dachte, die seien arrogant und immer furchtbar gestresst. Nun haben wir sehr gut zusammengearbeitet.»

Trotz allem Lob: Mit der Eröffnungsfeier ist die Landesausstellung für Roger Zaugg eigentlich gelaufen. «Ich habe die Expo gesehen», sagt er. «Ich finde die Preise enorm hoch und werde deshalb wohl kaum hingehen können.»

Für die am Bauwerk beteiligten Arbeiter gibts keine vergünstigten Eintritte – trotz Nachhaken von Zauggs Firma.